Vögten und Amtlüten und sonderlich unseren Vögten daselbs zu Veldt -
kilchen, wer je die sind, und wolle n auch Ernstlich, dass sie dieselben
Lüte und dass obge nand Ihr Closter bey den obgeschriben Gnaden, Freyhaiten
und Rechten, Vöstigeli che n hal ten und schirmen, und nicht gestatten,
dass je von jem and dhain überlegt last, gwalt noch Vorrecht beschehe in
kheine weeg. Ungeverlich wann dass ist gendzlich Unsre Meinung . Und
dass zue Urkundt und Vöstigung, so haben Wür Unser Innsigl haisse n
henckhen an diesen gegenwärtigen Brif, der geben ist zue Veldtkilchen,
an Montag in der Öster Woche n nach Christus gebu rth dreyzechen hundert
Jahr, darna ch in dem drey und Ne unz igsten Jahre.
Es ist dieses die erste in der Reihe der Urkunden des Hauses Habsburg,
welche alle jene Freiheiten und Rechte, die die Grafen Rudo lf von
Montfort und Heinrich von Werdenberg der Niederlassung in Valduna gewährt
hatten, auch dem Kloster Valduna bestätigt, es ist zu gleich die
älteste, welc he den Namen der Klosterniederlassung und ihre Lage, „der
neuen Stiftung, die angefan gen ist“, genauer angibt. Beach t enswert
ist die Bezeichnung „Konvent der Klosterfrauen SanktK1 arä-0rdens.“
Es geht da raus deutlich hervor, daß von Anfang an, entsprechend dem
Will en des Gründers Ru dolf von Montfort ein Klarissenkloster geplant
und, so gut es anging, auch sogleich anfangs eingerichtet wurde1)- Sehr
gewöhnlich sind, zumal in amtlichen und wichtigeren Dokumenten, die das
Kloster Valduna betreffen, die Zusät ze „gelegen in dem Wald Valdun en
bei Feldkirch (oder „in der Herrschaft Feldki rch“), im Rankweiler Kirch
spiel und Ch urer Bist um“. Besonderes Interesse errege n die Worte „auf
der Hofstatt, gen annt die güldin Müli“. Währe nd in den späteren Urkunden
sich in der Regel der Ausdruck fin det „zur (zer) gül din Müli “, wird hier die
Hofsta tt selbst mit diesem Namen bena nnt; in dem oben mitgeteilten zweite n
Stiftungsbrief (S. 11), sowie in den be iden Chr oniken von Valdu na2) und
den ält eren Schriftwerken3) heißt der „Brunnen“ auf der Hofst att in der
unmittelbaren Nähe des Klosters „die gul din Müli“. Weil die Orde nsgemeinde
um diese Zeit erst wenige Mitglie der zäh lte und das Kloster
nicht fundiert war und noch nicht die Regel der Klarissen angenommen
hatte , so wird die Vorsteherin nach dem bestehenden Brauche der Konventualen
Prio rin genannt, nicht Äbtissin.
Angedäohtnis s des durchleuchtigsten Fürst en und Herrn Leopold, Herzo g zue Ös terreich,
Landesfürst (gehalten). Diser Herzog gab unserm Gottßh auß die Confirmation
über unsere erste St iftbrief; er befestigte und vermehrte unsere Freiheiten als Landesfürst
das erste Mahl anno 139 3.“
') Es ist oben S. 15 u. S. 16 gezeig t worden, daß die drei Schwestern aus Grimmenstein
die dri tte Regel des hl. Franziskus angenommen hatten, in Valdu na gemei nschaftlich
lebten und unter der Leit ung der P. P. Konventualen stan den. Darnach ist
die Behauptung Rapps a. a. O. S. 815 zu bericht igen, es seien „die er sten Schwestern
in Valduna nur Klausnerinnen ohne bestimmte Ordensre gel “ gewese n. — Die Regel
des zwei ten Ordens d. h. die Klarissenregel befolgten sie, sobald dafür die nö tigen
Einrichtungen geschaffen und die vo rges chriebenen Bedi ngungen erfüllt waren, (s. folg.
Kap.) — ') ä. oben S. 1. 1) Z. B. Guler von We ineck, Raetia a. a. 0. S. 151. 20