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Full text : Das ehemalige Klarissenkloster in Valduna

Viertes Ka pitel.

Die schweren Heimsuchungen der ersten Jahrzehnte.

Teuerun g. Äußerste Notla ge des Klosters. Appen zell er Kr ieg.

Zeitweilige Dispen s von der Klausur.

1404—1446.

Hatte das Kloster schon bishe r immerfor t mit Entbehrung und Not

zu kämpfe n, so stell ten sich noch ärgere Bedrängnisse ein, als andauernd
 Teuerung und Krieg das Land Vorarlberg heimsuchten.
Weil die Almos en, auf welc he die Klosterfrauen an gewiesen ware n, infolge
der a llgemeinen Verarmung und Not ausblieben , so litt en sie bald Mangel
am Notwend igsten. Ihre tägliche Speise war „das grüne Kraut aus dem
Garte n, das in Wasse r gesotten und gesalzen“ wurde , dazu kam bisweilen
„ain wenig Brottes, so man es mocht haben “ und zwar größtenteils rau hes
Hafer- oder Gerstenbrot; „sie hattent auch nitt Zugemüse und (nur) wenig
Schmalze s1)“. Eine baldige Besserung der Lage war aber um so weni ger
zu erhoffen, als es mit dem äußeren Besitztum des Gotteshauses keineswegs
 gut bestellt war. Im Oktober 1404 hatten zwar „Hai ntz Stöc kli von
Feldkirch und sein eheliger Sohn Christ of fel der Äbtissin und den Klo sterfrauen
 zer güldinen Müli um 80 Pfund guter Pfenning Cos tanzer Münß
ihren Zehenden ze der Altenstadt, den man nempt den von Ämptz-Zehenden,
der ihnen jährl ich 10 Schöffel Waitzen nnd 20 Schöffel Korns Vel t kircher
Maße s, darzu 10 Hüner und 100 Ayger (Eier ) abgeworfen, verkauft2) und
dadurch dem Kloster eini ge Vortei le verschafft, aber weder in diesem Jahre
1404 noch in den beiden folg enden ist sonst von irgend einer namhafte n Schenkung
 die Rede, dagege n steiger te sich die Not noch bedeutend mit dem
Ausbruch des Appenzell e r Kriegs im Somm er des Jahres 1405. Nach ihrem
Siege am Stoß und bei St. Gallen durchstreiften die dem Herzog Friedric h
feind lichen Genossen des Bun des „ob dem See“ das ganze Walg au und den
Arlberg bis ins Etschland, verbrann t en die Burgen Schatt enburg, Tosters ,
Alt-Mon tfort und Jagdberg, und versetzten wie das ganze Land, so auch
das friedl iche Kloster Valduna in Beunruhigung und ins grö ßte Elend.
„Darnach fugt (fü gte) es sich, so erzähl t die Chronistin3), in zwayen Jaren
(d. h. zwei Jahre nach der Be stät igung der Ordensg e n oss enschaft), daß

') Va. S. 26, 27 Vb. S. 19, 20.
'0 Ch. Orig i nal-Perg ament. S. Anh. Nr. 14. Die Ver k aufsurku nde d. d. Veltkirch,
andern nächsten Freytag nach Sant Michaels Tag, des himm li schen Erzengels (3. Oktobe
 r) 1404, ist von den beide n Verkäufern, von Hans Ort, von Hans Rainolt und Hans
Stöckli gesiegelt. Alle fünf Siegel sind gut erhalten. — Aus dies em Zehnten hatte
Haint z Stöckli neun Jahre früher demselben Kloste r „10 Schö ffel Wai tzeng eldes“ geschenkt,
 s. S. 23.
3) Va. S. 25 — 27. 34
            
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