Für die Schenkungen der Landesfürsten sei auf das vorausgehende
Kapitel verwiesen. Die für die Kirc he gespe ndeten Alm osen werde n an
anderer Ste lle zusammengestellt.
Die größeren und kleineren Schenkungen, die dem Frauens tift im
Laufe der Zeit gemacht wurden, und der nicht unbedeutende Erwerb von
liegenden Gütern, den es sich durch günstigen Kauf und Tausc h gesichert
hatte, könnte vielleicht den Geda nken wac hrufen, das Stift sei nunmehr
der Not enthoben gewesen und habe sein gesic hertes Ausk ommen gehabt.
Indes die Teuerung jener Zeite n und die bedrängte Lage des ganzen
Lan des müssen zur Vorsicht in der Beurteilung dieser Verhältnisse mahnen .
Wie sehr aber in Wirklichkeit Armut und Entbehrung in Valduna andauerten,
mag beispie l s halber ein Bittgesuch bezeugen, das am 15. Januar
1608 die Abtissin Margaretha an die verwitwete Erzherzogin Anna Katharina
zu Österreich richtete. ‘) Infolge der vielen Jahre der Teuerung
und Not sei das Gottesha us in schwe re Schuldenlast gesunken und finde
nicht die Mittel, sie abzuwälzen, auch wisse sie nicht, woher die Orden sfrauen
ferne r erhalten und nähren. Das Klostergebäude drohe aller Orten
einzufallen. Die Mühle sei vor acht Tagen unter einer schwere n Sch neemasse
ei ngestürzt . Die Wiederherstellung derselben werde auf 100 fl. geschätzt
und sie könne keinen Hel ler dafür auffinden. Das Haus, in dem
der Schaff ner wohne, sei glei chfalls dem Einsturz nahe. Zwar besäß en sie
Gott lob liegende Güter, doch hätten diese sehr viele Jahre keinen Nutzen
gebracht und seien zum Teil versetzt. Das gegenwärtige Jahr bringe
wenig Trost, indem kein Wein und nur wenig Korn gewachsen sei, so
daß sie wenig zu leben hätten. Die Not sei größe r als sich in Worten
ausdrücken las se. Sie bitte kniefällig und mit erhobenen Händen um das
tägli che Brot für die ihr an vertrau ten geistlichen Kinder. — Das Bit tgesuch
wurde an die Regierung in Innsbruck und an den Vogt zu Feldkirch,
Karl Kurz von Senfftenau, geleitet mit der Weisung, das Gesuch
zu begutachten, und die Art, wie Valduna geholfen werde n könne, vorzuschlage
n. 2)
Abtissin, Priorin und ganzer Konvent des Gotteshauses Valduna
geben mit Urk unde vom 16. März 1634 dem Hans Hamme rer, Bürge r zu
Feldkirch, wohnhaft in Ra nkweil, eine Anzah l im einzeln en genannter
Güter wegen seiner dem Kloster erwiesenen treue n Dienste zu rechtem
Erblehen gegen einen jährlichen auf Martini zu entri chtenden Zins von
6 Pfund Pfenni ge. Die Verleihung erfolgt mit Bewill i gung des P. Provinzials
Dr. Christof Eberts.3) Alle 50 Jahre soll ein Lehensbrief a usgefertigt
werden.
') Bl.
2) Die Erledig ung selbst konnte nicht ermittelt werd en.
3) Bl. Original-Pergament-Urkunde, s. Anh. N’r. 121. Siegler: Das Gotteshaus
Valduna. Das Siegel fehlt. 61