Worwort.
Der Deutschösterreichische Moorverein ver
öffentlicht mit vorliegendem Buche den ersten
Band fei ner im Auftrage und mit Unterstützung
des hohen k. k. Ackeröauministeriuws ge
machten Mooraufna hme n. Bei der ganz unbe
deutenden Literatur über die Vorarlberger
Moore (siehe S. 133) baut sich der Inhalt aus
schließlich auf den Vereinserhebungen auf. Im
tec hnisch en Teil find die vom Herausgeber in
der Österreichischen Moorzeitfchrift veröffent
lichten eigenen Abhandlungen zur Erteilung von
Rats chläge n herangezogen, im naturwissen
schaft li chen Teil ist die seit drei Jahren in
den Berichten der Moorkulturstation Sebastians
berg vom He rausgeber veröffentlichte Moor-
und Torfeinteilung zugrunde gelegt und durch
das Tatsachenmaterial der Erhebungen be
grün det.
Es wurde dem Herausgebe r (wie den süd
deutschen Moorforschern überhaupt) zum Vor
wurf gemacht, daß sie zu wenig Pie tät für die
n ord deutschen A rbeiten bekunden. Das ist kein es
wegs der Fall, und wir stehe n nicht an, zu er
klären, daß wir die Grundlagen des Moor
wesens, wie sie die Moorversuchss tati on in
Bremen geschaffen, voll und ganz anerkennen,
und daß wir nur dort eigene Wege ge hen, be
ziehungsweise gehen müssen, wo die Ver
hältnisse von den norddeutschen b edeutend ab
weichen.
Vorarlberg erhebt sich zwischen 400 bis
3348 m, die Moore zwischen 400 bis 2200 wt;
die Täler neh men ein Viertel, die Gebirge drei
Viertel des Lan des ein; der beo bachtet e Nieder
sc hlag schwank t zwisch en 1094 bis 2187 mm, und
der gr ößte Niederschlag an einem Tage ist
135 mm; die mittlere Jahrestempera t ur in den
Moor gegen den bewegt sich zwischen 8-2° bis
0° c und die Zahl der Monate mit Schneedecke
schwankt zwisch en 3 bis 10: also durchwegs Ver
hältnisse, die von den norddeutschen himmel
weit vers chied en find, und es wäre ein Wu nder,
wenn dies nicht im Moorwesen zum Ausd ruck
käme.Das
Buch sollte nach dem ursprünglichen
Plane den naturwissenschaftlichen, technifc he n und
la ndwi rtscha ftlic hen Teil gleich mä ßig behandeln,
letztgenannter mußte jed och aus mehreren Grün
den entfallen. Dafür wird im zweiten Bande
der Vereinsaufnahmen: „Die Moore von Salz-
öurg in naturwissenschaftlicher und land
wirtschaftlicher Beziehung" die Moorkultur
(wie im vorlieg ende n Buche die Torftechnik)
ausführlich behan delt werden.
Was nun die Mooraufnahmen im
Felde anbelangt, so boten sie große Schwierig
keiten, weil bis dahin keine einzi ge Moorkarte
vorhanden war, weil das G ebirge die Aufnahmen
erschwert, und teilweise auch, weil wir nicht
immer seitens der Bev ölkerun g das erho ffte Ent
gegenkommen fanden. Der Ge meindevors teher
von L......... im Bregenzer Wald ma chte sogar
den Vereinsfunktionären die Profilierung eines
Moo res unmöglich, und ein im Buchhandel ver
grif fenes Werk war weder vom Verfasfer, noch
vom H erausgeber borgweise zu erlangen. Um
so mehr zu Dank verpflichtet sind wir Herrn
Oberbaurat Ph. Krapf in Bregenz, welcher die
Profile der Rhei nbaul eit ung zur Verfügung s tellte.