B. technisc he r Heit: H orfverw ertung.
12. U orbe reitung des Mo ores zur Torf
gewinn ung.
Wer an die Abtorfllng eines Moores
schreitet, darf nicht pla nlos Vorgehen.
Mancher Moorbesitzer gräbt oft ohne vor
herig e entsprechende Entwässerung auf gut Gluck
Löcher in den Boden und wird er durch nach
dringendes Wasf er vert rieben, so macht er neben
dem erst en ein z weites Loch. Die oberste, zu
Brenntor f nicht verarbeitete Schicht bleibt in
unregelmäßigen Haufen li egen, und das traurige
Ende die ser „wilden Abtorfung" ist eine für
die Kultur ausgeschlosfene Wüstenei, da eine
nachträgliche Erdbewegung zu viel Geld *) kosten
w ürde. Manchmal w erden zureichende Ent
wässerungsgräben gezogen, aber ganz unregel
mäßig iu Schlangenlinien, so daß sie bald ver
fallen Wie die Abwässerung ist auch die Zu-
wegung meist unzulänglich. Häufig ge schieht das
Abtorfen derart, daß auf eine nachfolgende
Kultur keine Rüc ksicht genommen wird, obwohl
dies ohne nennenswerte Aus lagen mögli ch wäre.
Am sc hlimmste n stehen die Verhältnisse dort,
wo ein Moor mehreren Besitzern gehört und
ein jeder auf eigen e Faust lustig d arauf los
grä bt, bis er wegen ung enüg ender Entwässer ung
nicht mehr in das Moor hinein und den Tors
mangels genügender Zuwegun g nicht mehr
herausschaffen kann.
*) Siehe Dr. Baum ann in Österr Moorz. 1905,
S. 23. Die Kult ivie rung eines Urmo ores k ostet in
Bay ern 30'f Mark pro 1 ha, bei planlos durch Torf
ste chen verdorbenem Moor 1000 bis 1200 Mark.
Die Män gel des unregel mäßi gen Ab
baues sind folgende:
1. Wird die Torfsticharbeit stark beh indert.
2. Wird Torfmateria l vers chwendet , indem
viel A bfall entsteht und ein Teil des Mo ores
übe rhaupt nicht gest ochen werden kann.
3. Wer den die unregelmäßigen Zickzack
wände vom Frost mehr als gera de Wände dur ch-
klüs tet, wod urch der wertlose Abraum vermehrt
wird, des sen Wegschaffung überdies Geld kostet.
4. Setzt sich das Moor ungleich und die
Abwässerung wird dadurch erschwert.
5. Der Torftrockenplatz wird vereng t und
ist sch wer herzurichte n, was aberma ls die Arbeit
vermehrt.
6. Die Wegschaffung des trockenen Torfes
wird b ehindert.
7. Nach dem Abtorfen ist der Boden nahe
zu wert los.
Der zule tzt genannte Mangel ist der größte.
Bei regelmäßiger Anlegung des Torfstiches, bei '
schnurgeraden, in gleicher Entfernu ng von
einander befindlichen Gräben, bei (mit dem Ab
torfen fortschreitendem) Eineb nen des Bodens
mit Torfabraum fallen die g enannten übelstäude
weg und es blei bt eine Flur zurü ck, die nur
der Düngu ng und Besamung be darf, um gutes
Kulturland oder, wenn Entwässerung nicht so
weit möglich, Streulaud zu lie fern.
Die Bedingungen für einen erfolg
reichen Abbau größerer Moore lauten nach
Larson und Wallgren:
1. Geeignetes Moor, gut verrotteter
Torf für Bren nzwe cke, schlecht verrot te ter für
Streugewiunung, in beiden Fü llen womögl ich
aschen - und holzar m.
2. Einige Meter Mächti gkeit.
3. Lei chte E ntwüss erungsf ähigkeit .
4. Das Moor muß eingeebnet sein; ab
g esehen von der leichten Torfbeförderung er- er-