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den H auptg räben in Entfernungen von 10 bis
20 m Nebengr üben von 60 cm Tiefe und Breite
gezo gen. Je besser die Entwässerung ist, um so
größer ist der Trockensubstanzgehalt der Soden
bei derse lben Stlcharb ei t Zudem trocknet Torf von
entwä sse rtem Moor schneller und dasselbe liefe rt
einen besseren Trocken plat z als das unentwässerte.
Die Entfernung der Holzgewächs e vom ganzen
Moor hat den Vorteil, daß der Wind als
wichiigster Förderer der Torftrocknung unge
hemmt wehen kann. Das Einebnen ist behu fs
leichter Bewegli ch keit auf dem Moor und besseren
Abf ließens des Oberflächenwassers, namentlich
beim Man gel an Trockengerüsten, zu empfehl en.
13. sticbtorfgewinnung.
Der erste, der in Vorarlberg das Torf
s techen begann, war alten Anfzeichnungen in
Lust enau zufolge Josef Grabherr, der 1749
unter dem Ge spötte der Heimatsgenossen mit p)er
Tor fgräberei begann. Beiläufig zur se lben Zeit
wurde am li nken Rhei nufer in der Schweiz mit dem
Torfstechen der Anfang gemacht. Frü h-Schröter
bericht en (Seite VII I), daß 1767 Schollen oder
Turben für die Pfarr kirche Wid nau gestoche n
wurden und 1771 soll vom Jsenriet bere its eine
Menge Torf abgeführt worden sein.
Das vorzügliche Torf mess er, in Vorarl
berg „Schollenspat" oder „Spütle" genann t
(Taf. 12), ist in den Torfländereien der Nord-
seelünder schon über 250 Jahre übl ich und heute
besonders in Dänemark, Frankreich, Italien und
Bayern in Verwendung. Es gestattet sowohl
den lotrechten wie den wagrechten Stich, ist
nicht schwer und gewährleistet bei Riedtorf die
g rößte Leistung s fähi gkeit (6000 Soden oder
Schollen per Mann und Tag). Wenig eignet
es sich für Moos- und Holztorf. Zum An
ste chen der Torfwä nde wird in Vorarlberg meist
ein Heuschrot verwende t (Abbildung auf
Taf. 4). Zum Wegschaffen des Abfalles und zum
Einebnen dient die Schaufel. Von der Stock
haue und Hacke braucht in Vorarlberg info lge
des seltenen Holzvorkommens im Torfe nur
wenig Gebrauch gemacht zu werden. Zum Weg
führen der Soden benutzt man wie anderor ts
Schubkarren. Das ist das ge samte Werkzeu g,
das ein Torfstecher bes itzen muß, und das wohl
nicht über 30 K kostet.
Zum S techen des jüngeren wie äl teren Moos
torfe s eignet sich b esser als der Vorarlberger
Schollensp a t das Erzgebirgstorfmesser (zu
beziehen von Chr. Gabriel, Evlo he in West
falen), mit dem der Torf nicht in Prügel -, son
dern Ziegelform wagrecht gestochen wird. Die
Arbei t geht hierbei nicht so rasch v onstatten wie
beim lotrechten Stich, aber die Tagesleistung
braucht trotzdem nicht zurückzustehen, weil die
Ziegel einen größeren Inhalt haben (30 X 15
X 10 cm3 = 4'5 dm3\ während die Prügel fvden
meist 5X13X40cm3 = 2‘6(7m3 sassen, so daß
6000 Vorarlberger Prügelsoden dem Inhalt e
nach 3468 Erzgebir gs ziegelsoden entsprechen.
Soll ein Torfstich angelegt werden, so
muß, wie im vor hergehenden Abschnitt erwähnt
wurde, erst die Entwässerung und Einebuung
der Oberfläche vorausgehen, dann wird nach
der Schnur eine lotrechte Stichkante mit dem
Heufchrot oder einem Spate n h e rgestellt. Der
abzutorfende Streifen wird abgebunkt, d. h.
die Oberflächenrasen weggestochen und auf die
Seite gew orfen, und hierauf lotrec ht der erste
Stich ausgeführt, und zwar längs der ganzen
Stichkante. Dem ersten Stich folgt ein z weiter
und dritter bis zu einer Tiefe, welche keine Ent
wässerung mehr zulüßt . In den „Stich" oder
Torfschacht wird nun der auf die Seite ge
scha ffte Abraum, die Bnnkerde, geworfen und
eingeebnet, dann ein neuer Streifen abgebunkt,
die Rasen in den Torsschac ht geworfen und der
Torf wie frü her längs der ganzen Stichkante
weggestochen. Die abgetorfte Flur, das Leeg
moor, wird bei hinlänglicher Entwässerung als
Acker land, sonst als Wiese oder Streuwiese aus
genutzt. Das Stechen und Wegschaffen 0er
Soden kann entweder ein Mann all ein besorgen,
gewöhnlich aber stich t ein Mann, w ährend ein
Weib oder zwei Kinder den Torf in die Trocken
ge stelle br ingen (si ehe Taf. 12).
Die Dauer der Stichtorfgewinnung ric htet
sich nach dem örtlichen Klima. In Fu ßach wird
meist von Anfang April bis Mitte August ge
stochen, in Dornbirn von A nfang April bis
Anfang September.