Bald darnach dürfte hier ein Anra iner entstanden sein. Im Jahre 1666 nämlich, am Pfingstmontag-,
wurde der in Vaduschis hausende Christian Mori zzi heimatlos, da die Mure des L adrit schb aches
sein gan zes Gut zerstör te *). Man war gen ötigt, dem Manne mit seiner Famili e anderwärts eine
Siedelung zu geben. Dies scheint hier geschehen zu sein; denn 1770 grenzt ein Christian Morizzi,
also ein Enkel wohl, an die Südseite des Bazinkels2). Wir haben uns also vorzustellen, daß einst
das ganze Gebiet südlic h des Bazinkels bis zur Undera Bündt a Allmende war und nur die Klusofina
und spät er das Bündtle, das 1532 genann t ist3), als Halbins eln hereinstießen. So sah es auch unterhalb
des Weges aus, einig e inselartige Siedelungen, die früher entstanden, ausgenommen. Dies gilt aber
nicht vom obersten Teile des Schuttkegels, auf dem bereits 1521 ein Besit ztum auftr itt 4). Es gren zte
dam als unten an Hans Bartolden Gut und sonst rings an die Allmende, wie heute. Wenn also am
Scheitel des Schuttkegels einma l eine Siedelung war, so wurde sie vor 1521 zerstört5). Älter besiedelt
als die Gegend rund um die heutige Allmende mag jene in Glungen und jene gegen das V enser Därfli
hin gewesen sein, wo Rs.-Häuse r wieder zahlreicher auftreten. In Glunggen erscheint 1492 ein Th oman
Michelott mit einem Gute, das bergseits an Gestüd und Tafladiel, sonst an Bauer n güter grenzt6).
1497 ers cheint in diese r Gegen d Andreas Liephart mit einem Gute, das aufw ärts und einwärts an die
Allmende grenzt7), es deckt sich so ziem lich mit dem heutigen Gute des Mein rad Wachter, Haus
Nr. 1548). Die Allmende daselbst kann nicht groß gew esen sein; denn das vorgenannte Gut von
1492 ist südwestlicher von diese m zu suchen , zeigt also, daß das Land verbaut war.
Daß die beiden Bündta, die obere und die unter e, jünger sind, sagt schon der Name; denn
so wurde ein Gut, das einer aus der Allmende zu Zins innehatt e, genannt. Wir können den Ausbau
der Undera Bündta dank günstiger Um stände gut verfolgen, was vorstehende Kartenskizze erleichtern
soll 9), und gewinn en damit ein Bild vom Ausb au solcher Bündten. Da war einst der
alte Frastenhof, dessen Grenzen aus dem Bilde durch kräftige Linien hervortreten. Sie sind uns
geschichtlich bekannt. Es ist also eine geg ebene Tatsache, daß hier, wo heute fünf Höfe stehen ,
einst einer herrschte. Annäher nd in der Mitte des Gutes in seine r alten Gestalt liegt heute ein
Doppelhaus (205/206). Es steht so dort, daß das eine Haus auf den mit 5 bezeichneten Besitz durch
seine Türe Austritt hat, das andere hingegen auf den mit 4 bez eichn eten. Die Trennungslinie beide r
Güter geht zwi schen den beide n Häusern durch, die mit dem Rücken anein and ergestellt sind. Daneben
entstanden die Häuser 208 und 207. Die Besitzungen diese r vier Häuser liegen heute teilweise
in Gemenglage. So liegt ein Teil von 207 (3) zwischen Besitz von 208 (6) und 205 (5), desgleichen
ein Feld von 205 (5) zwischen dem Hofgu t von 208 (6) und jenem von 207 (3). Nähme man an,
das Doppelhaus ste lle die erste Teil ung dar, die den ganz en alten Frastenhof in zwei Hälften schied,
dann könnten 207 und 208 nur je aus der einen oder der and ereff Hä lfte entstanden sein. Die
Gemenglage wäre dann nur durch die etwas gezwung ene Annahm e von späteren Kä ufen oder Tausc h
erklärlich. Da aber die vier Besitzteile auff allend gleic h groß sind (4 hat offen bar einma l das westlich
daneben gelegene Stück 7 besessen), so muß die Teilung unter allen vier Beteil igten unter einem
vorgen om men worden sein. Die Tats ache, daß 208 (6) auch am Nachbargute des alten Frastenh ofes.
beteiligt ist und die spät er angelegte Straße die Fortsetz u ng seines Gutes dort durchschneidet, zeigt,
daß es aus dem Zerfalle desselben zu w achsen verst and. Denn daß hier urspr üngl ich nur ein Hof
9 Vgl. Seite 88.
2) Urbar d. Kapellenheiligen von 1760, Seite 32.
s) Zinsbuch St. Johann, Seite 54, gehört heute Chri st. Schapler Nr. 199.
4) Es liegt 2, 3, k und gehört heute Fidel Fleisch Nr. 131 und Parzelle Nr. 1233/1, 1233/2, 1232; vgl. Zinsbuch
St. Johann , Seite 22. Heute ist das Haus de moliert.
5) Vgl. oben Seite 62, 64, Anmerkung 5.
6) Or. Stadtarchiv Blu denz.
’) Jahrzeitbuch von Tschagguns, Seite 44.
8) Es liegt 3, 4, g.
8) Vgl. Abbil dung 41.