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Full text: Leitfaden der Geschichte Vorarlbergs an der Hand der österreichischen und allgemeinen Geschichte für die Volksschulen

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Herr der Liga, gewann die entscheidende Schlacht am weißen 
Berge bei Prag (1620), Böh men und Oesterreich wur den für den 
Ka iser wiede r erobert; und bei dem ferneren Kampfe in Mittel- 
uud Nord deutsc hland war die Liga den Gegne rn überlegen, bis end­ 
lich König Christian IV. von Dänemark bewogen wu rde, für 
die Protestanten in's Feld zu ziehe n. Aber auch dieser unterlag 
nach und nach vollständig dem ligaischen Feldherrn, und dem neuen 
kaiserlichen Oberb efehlsha ber Albrecht von Wallenstein, einem 
der größten Heerführer seiner Zeit. Bei Lutter am Bare nberge 
verlor er eine entscheidende Schlacht (1626); und der König schloß 
Friede mit dem Kaiser 1629. Im folgenden Jahre aber erschien 
ein mächtigerer Feind als Schützer der Pr otestan ten in Norddeutsch­ 
land, König Gusta v Adolf von Schweden, durch Frankre ich 
unter stützt . 
Bei Breitenfeld, unwei t Leipzig, gewann di eser eine Hau pt­ 
schl acht gegen den alten Tilly (September 1631), erschien dann in 
Südde utschland , erzwang den Lechübergang, nahm Augsburg, Mün­ 
chen und fast ganz Baiern: endlich filhrte Wallenstein ein neuge­ 
worbenes kaiserliches Heer ihm entgege n, und hemmt e seine n Sieges­ 
lauf; bei Nürnberg lagerten beide Heere lange Zeit eina nder gegen­ 
über, llnd wagte n keine Schlacht, erst im Spätherb ste kam es zur 
blutigen, aber nicht entsc h eidenden Sc hlacht bei Lützen, in welche r 
Gu stav Adolf fiel (16. Nov. 1632). 
Die schwedischen Generale setzten jed och den Krieg in Deutsch­ 
land fort. Wallenstein war unthätig, und kam in Verda cht von 
Unterhandlungen mit den Feinden, wurde dann zu Eger bei Nacht 
ermo rdet (Febr. 1634), und des Kaiser s Sohn Ferdinand über­ 
nahm den Obe rbefehl. Er gewa nn einen glänzenden Sieg bei 
Nördlingen (6. Sept. 1634), und als im Friede n zu Prag 
Sachsen, dann Würtemberg, Hess en und Baden vom Kam pfe gegen 
den Kaiser abstanden, s chien der Ausgang nicht zweifelhaf t; da trat 
Frankre ich, welc hes um jeden Preis die Erniedrigung Deutschlands, 
und den Ruin des Hauses Habsburg verfolgte, offen auf den 
Kriegss chaup latz; französische Truppen verstärkten die Schweden, und 
ha lfen Deutschland entvölkern und ruiniren. Der Krieg war aus 
einem Religio nskrieg ein Raubkrieg geworden. Erst 1648 kam es
	        
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