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Mit seine m ersten Buch „Alraunwurzeln, ein lustige s und lehr
reiches Volksbüchlein" (18 89) stellte sich Wichner in die vorderste Reihe
der Volksdichter, empfohlen durch Peter Roseggers und anerkannt
von der Leserwelt, die das gol dene Buch mit den köst lichen Erzäh lun gen
in Johann Peter He bels Geist in immer neuen Aufl agen las^ Auch
des Dichters erste größere Erzählung „Der Novize" war ein Meister
werk und sand' durch Reclams Univers a l -Bibliothek 2884/5 den Weg
in die weite Welt. Den Alraunwurzeln folgte mehr als ein Dutzend
Bändchen mit kurz en, heiteren Geschichten, unter denen viele Perlen
sind. Von groß em Wert, besonders für die Heimat, sind seine drei
Erlebni sbücher: „Im Schnecken haus" worin er seme Kindh eit in
Bluden z schi ldert, „Im Studierstädt l ein", seine Gymnasialzeit in
Feldk irch, und „An der H ochschule" in Innsbruck, f erner auch die vom
Franz Michael Felder-Verein herausgegebene Sammlung von Vorarl
berger Geschichten und Gestalten „Vom Arlberg zum^ Bodensee".
Wichner hat auch die Natur, die Geschichte und die Sagen seiner
Heimatländer Vorarlberg und Wacha u in anschaulichen Sammelwerken
verherr l icht.
Mehr wissenschaftlicher Art, aber das Denkmal eines Volks
brauches vor dein Aussterben, ist das Buch „Stundenrufe und Li eder
der deutschen Nachtwachter" (1897). Ganz"aus dem Rahmen von
Wichn ers Eig enart fällt sein Buch „Die Schriften der alten Bet
schwest er" (190 7); das Rätselraten der Sac hverst ändi gen über die
Echtheit oder Une chtheit der „Schriften " macht e dem Verfasser viel Spaß.
Die Kriegs- und Nach krieg szeit s etzte dem Ruheständle r sehr zu,
doch erlosc h seine Arbeitsfr e ude nicht. Er sandte die Buch er aus: „Für
Heimat und Herd, Kriegsgeschichten", „Herbstsegen, lustige Geschichten",
„Wegrast, ein Buch der Freude", „Auf der Nibelungenstraße, Ge
schi chtsbi lder aus dem Donautal Wachau". Sein größtes Werk „Burger
Gozzo, kulturg eschi cht l icher Roman aus dem 13. Jahrhundert" erschien
1922, vom Verfasser „s einer zweiten Vaterstadt Krerns an der Donau
in dankbarer Gesinnung zugeeignet" . Sein letztes Werk, den E inakter
m der Montafoner Mundart „Altmontafoner Spinnstube"'), vollendete
Wichner am Abend vor seinem Tode. Wenn wir noch die Priester
tragodie „Zwang " erwähnen, so haben wir Wichners schriftstellerische
Tätigkeit zwar nicht erschöpft, aber ihren weiten Umfang gezeigt.
Wichners humorv olle Bücher sind noch im Buchladen zu haben und es
ist zu wünschen, daß seine Landsleute sie erwerben und lesen zur
Erfrischung des G eistes und zur Ehru ng des Dichters.
Was der Dicht er Josef Wichne r in 35 Jahren nach treu erfüllter
Pflicht im Lehrberuf geschaffen hat, steht in einer statt lich en Reihe von
Banden vor uns. Wie Franz Michael Felde r hatte auch Wichner eine
hohe Auffassun g von der Verantwortlichkeit des Schriftstellers. Er
l'chrieb im Jahre 19143) :
1) Vgl. Dr. Nägele , Peter Ros egger über Josef Wichne r, Feierabend (4), 1922,
Seite 175—177. 1 2' , ................................................. , 1.' ___
2) Von Dr. Nägele im Feier abend (4), 1923, S. 169—173, zuerst veröffentli cht.
3) Wichner (21 4), S. 27/