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Full text: Das Vorarlberger Schrifttum : und der Anteil des Landes am deutschen Geistesleben

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„Ich blieb in dem scheinbar engen Kreise, in den mich Gott 
gemäß meiner Abstammung, mei ner Erziehung, meiner Anlag en und 
Neigung ges etzt hat. Ich wollte und will als Volksfreund dem Volke 
ein guter Geist sein, ihm in gemeinvers tändlicher, s einer Art zu denken 
und zu reden angepaßter Sprache Unterh altu ng und Belehrung bieten, 
es durch harmlose Schnurren erheitern, durch gemütstiefe Erzähl ungen 
rühren und veredeln, im Leide trösten, die Fre ude verklären." 
Das ist unserem Dichter glanz end gelun gen und er kann mit 
Recht von sich sagen: 
„Ich nenne mich Volksschrift st eller und ich bin es auch. 
Das ist mein Sto lz, das gibt mir die Ueberzeugung, daß ich, wenn 
auch die Gegenwart wenig Notiz von mir nimmt , in meinen Schriften 
fortleben werde." 
Anschließend solle n ein ige 
Wissenschaftler und Würdenträ ger, 
die ihrer Heimat besonders Ehre mach ten, kurz besprochen werden. 
Johan n Konrad Blan k. 
Im Weiler Güllenbach zu Sulzberg ist Johan n Kon rad Blank') 
am 8. Juni 1757 geboren. Er be suchte das Gymnasium der Benedik­ 
tiner in Weingarten, die philosophischen Kurse in Innsbruck, wurde 
Priester und trat zu Währing in den Orden der Benediktiner, die in 
Wien Schwarzspanier genannt wurden. Der junge Pater betrie b eifrig 
math emati sche Studien. Nach der Aufhebung des Klosters (1783) 
wirkte er zehn Jahre lang als Seelsorger in der Pfarr e Lerchenfeld. 
Dann wurde er Professor der Mathematik an der Theresianischen 
Ritterak ad emie , ab 1804 an der Ar chitek turkla sse der k. k. Akade mie 
der bil denden Künste. Als Hochschu l leh rer genoß er großen Ruf und 
verfaßte auch mehr als zwanzig m athemat ische Schriften, darunter 
Lehr bücher, die wegen der Klarheit der Dar s tellung-) noch lange an 
vielen Schulen im Gebrauch waren. Blank stand als G eistlich er und 
Gelehrter in hohem Ans ehen. Groß war daher das Entsetzen und die 
Erschütterung, als sich die Schreckenskunde verbreitete, der greise 
Forsch er sei von einem polnischen Edelmann, seinem Schüler, am 
13. Feber 1827 in seiner Wohnung er mordet und beraubt worden. 
Der Mör der wurde am 30. August 1827 an der Richtstätte bei der 
„Spinnerin am Kr euz" hingerichtet; 300.000 Menschen s ollen dabei­ 
gewesen sein! 
1) Dr. Näge le, Der Sulzberger Gelehrte und Priester Johann Konrad Blank. 
Feierabend (4), 1931, S. 244—247. — Dr. Gasser, Der Abbe Johann Konrad 
Blank und sein trag isches Ende. Alemania, 7. Jgg., S. 54— 66. 
Vgl. Weizenegger-Merkle (51), S. 44 f.
	        
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