4.
Indisch e Perl seynd
Listige Seelen-Feind,
Ob sie schon blmc h,
Bringen sie ma nchen doch
Under das Liebes-Joch:
Machen, an Ohren
Han gend, der Thoren
Hertz e gantz waich:
Was aber blaich, ver werff ich rund,
Weil sel ten blmche Färb ges und.
6.
Auch die Rubinen nicht
Laß ich für mein Gesicht,
Wie sie auch theu r,
Mass en sie manigsalt,
Ob sie schon selber kalt,
Junge Leuth brenn en,
Die sie nicht kennen,
Aerger, als Feur:
Dann, wo man mit Rubinen prangt,
Die Liebes- Brunst weit um sich
langt.
8.
Silber und alles Gold,
Welchen man närrisch hold,
Halt ich für Rath,
Massen mein freye s Hertz
An dem so schnöden Aertz ,
Welches beschwer et ,
Abwerts begehret,
Keine Freud hat:
Das Gold verblendet fast j eder
mann,
Wie kan ich es anfchau en dann?
10.
Weiche, veräc htlic he,
Dieb ifch-ve rdä chtlic he,
Trugliche Welt,
We lche den Sünderen,
Waichen Welt-Kinderen,
Allerh and schnö de,
Nic htig, und blöde
Freuden vorhält:
Die man zwar schön zu seyn ver
meint,
Doch nur Ber bl endten also scheint.
5.
Gläntzende Diemantstein
N emmen die Hertzen ein,
Weil sie vil Werth,
Offtermal aber nur
Llstig an einer Schnur
Halß-herumb hangen,
Wo man zu fangen
Menschen begehrt:
Als halt ich wenig auff die Wahr,
Die mich nur locket in Gef ahr.
7.
Auch du, Carfunckel, weich,
Welcher zwar Strahlen-reich
Scheinest bey Nacht,
Aber so bald herein
Dringet des Tages Schein,
Wegen der k ahlen
Farben nachmahlen
Deiner man lacht :
Wann dich zusch anden macht der
r. Tag,
Ich dich auch nicht an schauen mag.
9.
Weiche, veraltete
Runtzel-gefaltete,
Hä ßliche Welt,
welche mit liegenden,
Augen-betrügenden
Farben bestrichen,
Dannoch verblichen,
Keine Färb hält:
Die von dem bundten Ehre n-Glant z
Zwar schüm mert, doch betrüglich
gantz.
11.
Deine Bewogenheit
Stinck et von Eitelkeit,
Oder Betrug:
Alles ist Blenderey,
W örter, und nichts d arbey,
Welche U rsachen
F liehen Mich mac hen
Ohne Verzug:
Ich will hinfüro scha uen an,
Was mich niemahl betriegen kann.