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Full text: Das Vorarlberger Schrifttum : und der Anteil des Landes am deutschen Geistesleben

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ebendasel bst veröffentli cht . Abschließend hat er das Ergeb nis seiner 
Forschungen im Jahrga ng 1923 der Wochenbeilage des Vorarlberger 
Tagblattes „Feiera bend " dargestellt unter dem Titel: „Urspru ng und 
Aufschwung der Edlen von Ems zu Hohenems. 
Ueber die Herkunft der Emser sind verschiede ne Vermutungen 
aufgestellt und zurückgewiesen worde n. Zösmarr versuchte, gestützt auf 
eine in den Monumenta Boica mitgeteilte Vergabungs-Urkunde, das 
Geschlecht auf einen Halbbruder des letzten Grafe n Rudolf von 
Bregenz, Hainricus de Amedes, zurückzufuhren. Doch ist das nicht 
aufrecht zu halten. Prof. Helbok hat nach Untersuchung der Urschrift 
festgestellt, daß die Le sung A medes nicht richtig ist. 
Dr. Ludwig Weltll) unterbaut die Ergebnisse von Bergma nns und 
Zösmairs Forschungen durch die Aufklärung über die Grund lage n, 
auf denen der Aufstieg der Ritter von Ems über ihre amtliche Stellun g 
zur eige nen Landeshoheit erfolgte. Er nimmt an, daß die Emser — 
wie die Thumben von Neu burg — in der Gegend von Ravensbu r g, 
dem Stammsitz der Welfen, als deren Dienstmannen s aßen. In Ems, 
nach dem sie den Namen tr agen, erschein en sie in staufischen Dien sten. 
Der Bergwald von Ems gehörte wie der Bregenzerwald zum könig­ 
lichen Reichsforst. Ems ist also auf Reichsgut erwachs en; die Burg 
ist vielleicht zw ischen 1160 und 1190 in der Zeit des Kam pfes um das 
Erbe der Bregen zer G rafen geb aut wo rden, als nördlichstes Glied 
der Kette von Befestigungen,' die durch das Rheintal hinauf zum 
Sc hutze der Heerstraße nach Italien in geg en seitiger Seh weite errichtet 
waren. Die Ritter von Ems hatten ursprünglich die Hee res- und 
Befehlsgewalt in der Burg. In kluger Ber echnung erwarben sie immer 
neue Hoheitsrechte von Kaiser und Reich durch Pfandschaften, Frei­ 
briefe (Privilegien) und Belehnungen. 
Die erste Kunde von Em sern erhalten wir im letzten Viertel des 
12. Jahrhunderts. In einer Urkunde des Herzo gs Friedrich von 
Schwaben, des Sohnes des Rotbartes, vom 15. Mai nach 1170 (He lbok 
Regesten 261) erschein en Rudolf und Gomvin de Amides, Diethericus 
und Hainricus de Viggun als staufische Ministe ri alen. Welf VI. hatte 
seinem Neffen Kaiser Friedrich Barbarossa bis zum Jahre 1179 seinen 
Besitz an Reich slehen , auch in Vorarlberg, abgetreten und ihn über­ 
haupt zum Erben eing eset zt. Vigg un ist wohl nur aus Juggun durch 
Umstellu ng von I und u verschrieb en. 
Der Dichter Rud olf von Ems d ürfte ein Sohn Rudolfs oder auch 
Goswins sein. 
Nach den bündigen Forschungsergebnissen Zösmairs haben die 
Vorarl berg er Emser keine Beziehungen zum oberen Ems. Sie sind ein 
einheimisches, bodenständiges Ges chlecht , das den Hof und das Dorf 
Ems, an dessen Stelle der heutige Markt Hohenems steht, als Eigen 
besaß und zu beiden Seiten des Rhein s begütert war. 
J) Vgl. Welti (104), S. 1—16.
	        
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