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Full text: Das Vorarlberger Schrifttum : und der Anteil des Landes am deutschen Geistesleben

es Mirabell, erbaute das Lustschloß He llbrunn mit seinen welt­ 
berühmten Parkanlagen und Wasserkü nsten und die Schlösser Wald­ 
ems (Monatschlößchen), Emsli eb und Emsb erg. Marx Sittich hat 
seine Heimat nicht vergessen, das beweisen schon die Emser Namen 
dreier Schlösser. Er hat auch die Loretokapelle in Hohenems gebaut 
und auf ihn ist wohl die Einrichtung der ersten Buch druckerei in 
Vorarlberg zu Hohenems zurü ckz ufüh ren. Das schönste Werk di eser 
Druckerei ist die Emser Chronik von 1616, das erste Werk zur Ge­ 
schichte u nd'La ndeskunde unserer Heimat oder doch „der Landt scha fft 
vnderhalb St. Lucis Stayg vnd dem Schallberg Beyderseits Rheins 
biß an den Bodensee". Das mit Wappen und Bi ldern reichgezierte 
Buch ist dem Erzbischof Marx Sittich gewidmet und mit seinem 
Wappen ges chmück t, ein Ze ichen, daß er wohl bedeutenden Einflu ß 
dara uf genommen hat. Ueber die staatli che Bedeutung, die „das 
Hohelied der emsischen Herrlichkeit" hatt e, vgl. Welti (104), S. 105 ff. 
Am 14. April 1614 legte er den Grundstein zum neuen Dome, unter 
dessen Meister n Vinzenz Scamozzi aus Vice nza und San tino Solar i 
aus Como hervorr agen . Ueberhaupt führt e er die Baupläne f eines 
großen Vorgängers du rch, wahrend Wolf Dietric h die von ihm 
entworfene und vorbe reite te Verschönerung S alzburgs in sei ner 
engen Hast nicht einmal sehen konnte! Den Tod des von ihm 
gequälten Vetter s und Vorgängers überlebte Marx Sittich um knappe 
2% Jah re. Er starb, 45 Jahre alt, am 6. September 1619. 
Der lebensfrohe, kunstsinnige Marx Sittich hat in dem Roman 
„Der Erzbischof von Salzburg" von Juliane Kay (Berlin, 1933) eine 
dichterische Darstellung gefunden. Sein Bild bietet Welti (104 ), 
Tafel XXII. * 
Groß ist die Zahl d erer, die als Professoren der Theologie, Juris­ 
prudenz oder M edizin w irkten oder sich durch schriftstellerische Tätig­ 
keit hervortaten. Zehn Vorarlberger erlan gten in dies er Zeit die 
Würde eines Universitätsrektors. 
Der Merkwürdigkeit halber sei erwähnt, daß in Dornbirn ein 
Bauer Georg Ruosch leb te, der die Würde eines philosophiae magister 
erworben hatte, also nach heutigem Begriff Dr. der Philosophie war. 
Sein Sohn Martin Ruosch studierte seit 1615 an der Unive r sität in 
Dillingen. 
Aus der großen Zahl der Vo rarlb erger, die in der Kirche , im 
Staat oder in der Wi ssensc haft Hervorragendes geleistet haben, können 
wir nur wenige herv orheben. Im übrigen verw eisen wir auf die 
Ergebnisse der mit gewissenhafter Sorgfalt durchgeführten Forsch un gen, 
die Professor p. Anton Ludewig ร. 3. in sei nem Buch: „Vorarlberger 
an in- und ausländischen Hochschulen vom A usgang des 13. bis zur 
Mitte des 16. Jahrhunderts" niedergelegt hat.
	        
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