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Die Alem annen.
Die gewaltige Be f estigung schüt zte das Reich nur ein halbes Jahr
hundert. Im Jahre 213 n. Ch. drangen die Alemannen durch die
Täler der Saale, U nstrut, Fulda und Kinzig ins untere Maintal vor.
Kaiser Karakalla trat ihnen entgegen, mußte aber nach an fänglichen
Erfolge n vor den tap feren Alemannen mit ihrer ausgezeichneten
Reiterei zurückweichen und Frieden und freien Abzug mit Gold
erkaufen. Um 260 d urchbrachen die Alemannen die römischen Be
festigungen, breiteten sich vom Rhein bis nach Ulm und an den Lech
aus, überschritten den Rhein und herrschten von Straßburg bis
Marnz. Der Sieg des Kaisers Julian bei Straßburg im Aug ust 357
drängt e sie für kurze Zeit z urück, aber nachdem der Wandal e Stiliko
401 die römisc hen Besatzungen vom Rhein und von der Donau zurü ck
gezogen h atte, blieben die A lemannen in den erkämpften Wohnsitzen,
„krümmten ihre Schwerter zu Sicheln" und wurde n wie der Ackerbauer
und Viehzüchter auf ausreichendem Boden.
Ein Jahrhundert später unterlagen die Alemannen im Ent
scheidungskampf mit den Franken; sie mußten sich südwärts zurück
ziehen; das gab auch den Anlaß zu dauernder Niederlassung
alemannischer Sippe n in unserem Landers, dessen Boden sie in zäher
Arbeit zur Heimat umschufen. Ein kluges und doch festes Schreiben
des Ostgotenkönigs Theodorich') (502) an den gewa l ttätigen Franken
könig Chlodwi g verschaffte den Aleman nen in ihren neuen Wohnsitzen
Ruhe und Sicherh eit. Seit 536 bildet Alemannien unter eigen en
Herzogen einen Besta ndt eil des Merowinger-Reiches.
Mit dem Namen Alamanni bez eichnet en Römer und Griechen
zunächst die einzelne Völkerschaft, die im Jahre 213 am Main erschien,
dann aber auch die Gruppen von Völkern und Stämmen, die sich
ihnen weiterhin ans chlossen. Schließlich wird der Name auch gleich
bedeutend mit Suebi verwendet . Beze ichnend ist die Aeußerung in
Helb oks Regesten, 1, vom Jahre 741 unter Karl Martell: Svavia que
nunc Alamanma dicetur (Schwa ben, das jetzt Alemannien genannt
wi rd).
Alemannen ist der neue Name der Semnonen, die sich als Schützer
des Volksheiligtums (alah — alach) der Sweben stolz alah-manna
nannten. Römer und Griechen ko nnten den Hauchlaut vor m nicht
sprechen und nicht schreiben, bei ihren G eschi c htschreibern heißen sie
also A lamanni. Der Hauchlaut v e rschwand^auch bei den schwäbischen
Stämmen, wie wir beim Vol ksnamen der Walchen sehen . Der keltische
Stamm der Vo lcae verbreitete sich von Südfrankreic h und vom Rhein
aus zwischen den Alpen und der Donau durch Süddeutschland bis nach
1) Da rüber vgl. Helbok (29), S. 11—21, Häfele (27), S. 10—16 .
2) Theodorichs Schre iben bei Häfele (27), S. 14. Vgl. He lbok (29), S. 13. 13.