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Schlacht von Göllheim (1298), Jakob von Ems bei der Belagerung
von Verona (1516) und Marx Sittich von Ems in der Schlacht von
Pavia (1525).
_ Die neuere Mundartdichtung, die auf ein engeres Gebiet von
Volk sgenos sen sich besch r änkt, geht aus von dem Ordenspfarrer
Sebast ian Sailer aus Weißenhorn bei Ulm (1714—1777), 'desse n
Singspiele und köst liche Possens in schwäbischer Mundart viel Beifal l
fanden, und von Johann Peter Hebel aus Basel (1760—1826), dessen
Alemannische Gedichte?) G oethe anerkennend beurteilte. Sie"werden
in immer neuen Ausgaben verbreitet und haben auch un sere Mundart
dichter angeregt und beeinflußt.
An den Mundartdichter sind zwei Forderungen zu stell en: erste ns
die Mundart muß echt sein und rein, frei von Emschuben aus benach
barten Mundarten oder gar aus der S chrif tspra che; zweitens der Stoff
muß bodenständig sein wie die Sprache/ es dürfen keine Vorstellungen
und Gedankengange aus höher geschulten Kreisen ausgenommen
werden.
Unter diesen Voraussetzungen sind Mun dartdichtun gen wirklich
wertvolle Volkskunst.
Christoph Anton W alser.
Zu Brege nz, in der Stadt Hugos von Montfort, vier Jahrhunderte
nach rhm, ist Christoph Anton Walser?) am 9 Juli 1783 geboren. Er
besuchte 1795—1800 die Gymnasien zu Feldkirch und Linz, studie rte
Philosophie und Theologie in Innsbruck seit 1801, war 1806 zu
Meersburg im Seminar der Konstanzer Diözese, 3น Jber damals das
nördliche Vorarlberg gehörte, und wurde am 8. März 1807 zum
Priester gew eiht. Als Seelsorger wirkte er in seiner V atersta dt. Zuerst
war er Benefiziat zu St. Gallenstein, wurde 1809 Kate chet an der
Volks schule , 1817 Direktor der Kreishauptschule, 1825 Stadtpfarrer,
1836 Dekan, k k. Distriktsschulinspektor und gesitlicher Rat. Außer
um die Schule hat er sich auch V erdienste um die Verbesserung des
Kirch engesanges erworben. Hochgeachtet starb Walser am 28. Mai 1855.
Die Anregung zu dichterischer Tätigkeit ging von Joh ann Peter
Hebel aus, den er wohl schon als Theologe in Meersburg kennen
gelernt hatte. Walser erwe ist sich als Meist er in der Auswahl und
Anordnung des Stoffes und in der Kunst , wie er die Handlung b ewegt
und damit zugleich die Pers onen zeichnet. Er versteht es trefflich, die
Gemütsstimmung anschaulich darzustellen und ist stark in der Schil
derung. " '1,,
Eine Perle der Mundartdichtung ist sein F r ü e l i n g* 34), eine stim
mungsvo lle Schilderung in 19 sechszeiligen Gesätzen. Gemäß der
i) Vgl. Ausgewählte Po ssen von S. Sai ler in Reclams Unive r sal- Bibliothek 4231.
-’) Hebel s Al emannische Ge dichte, Reclams U.-B. 24.
3) Wind er (164), S. 2 3—39. Nagel-Zeidler (36), II. 644 f., III. 469.
4) Abgedruckt Win der (16 4), S. 25—2 8.