Don der Kompagnie genossen die Wohltat dieser Bestimmung
zufolg e ihrer Rinderzahl Patrouilleführer G e b h a r d h a g e n und
Schütze W ilhelm Schwärzler, beide von Lustenau. Nach
anfänglichem Dienst bei der Magazinswache in E i a m p e i konnt en
sie noch im Laufe des Jahres 1917 in bie He imat beurlaubt wer den.
Hm 16. September wurde der Urlaub gesperrt und es begann
hinter der Front ein großes Tr uppenver schieben. Nachdem die
russische „Dampfwalze" unrettbar st eckengebl ieben war, wurde n in
Galizien und Polen ganze Hrm een frei. Ein groß er Teil davon
wanderte an die i tali enische Front, und die schon im Som mer beobachtete
auf falle nde Nervositä t der Italiener hatte ihre guten
Gründe. — Auch gewaltige Massen deutscher Truppen wurd en per
Bahn über Bregenz— Arlberg und Rufstein — Innsbruck
an die S üdfront befördert . So bereitete sich für den treulosen
Bundesgenossen die Vergeltung vor, die in unheimlich Kurzer
Seit zu einer wah ren Ratastrophe des italienischen Heere s führen
so llte .--- -----Hm
20. September wurde über den gan zen Bereich der Südwestfront
eine t eilweise Postsperre verhängt. Die ganze Feldpos t
wurde vor der Beförderung ins Hinterland bei den Feldpos tämtern
acht Tage lang gelager t. Durch diese Maßnahme suchte die Heeresleitung
dem vorzei tigen Bekanntwerden militärischer Frontgehei mnisse
vorzubeugen. — Um die Familien nicht der Möglichkeit zu
berauben, von ihren Angehörigen im Felde fortlaufend L ebenszeich
en zu erhalten, wurden die sogenannt en grünen Feldpostkarten
eingeführt. Diese trugen in neun Sprachen den Aufdruck:
„Bin g esund und geht mir gut, bin kran k, bin verw u ndet." Das
Nichtzutreffende war zu str eichen und die Karte mit der gew ünscht en
Anschrift zu ver sehen. hands c hriftliche Mitteilungen waren unbedingt
verboten. Diese Post wurde sofort befördert, fand aber trotzdem
weder bei den Soldaten noch bei den Angehörigen rechten AnK
lang, da diesen mechani sierten Nachrichten das Lebenswarme, persönliche
feh lte.
Unt er dessen hatte die Offensive am Isonzo tatsäch l ich begon
nen und schon der erste Anstu rm war derart gewaltig, daß bereits
nach vier Tagen das ganze Gebiet wie der zurückgewonnen war, zu
dessen Besetzung der Feind zw eiein halb Jahre benöt igt ha tte.
100.000 Gefang ene, 600 Geschütze und unübersehbares Kriegsmateria
l war die Beute der erst en paar Tage. Nach Erreichu ng der
Reichsgrenze stieß en die österreichisch-ungarischen und deutschen
Heere in stolzem Siegeszug in die italienische Ebene vor, den Feind
in regelloser Flucht vor sich hertreibend.
An der Dolomitenfron t nahm währen d d ieser Seit der
Stellungskrieg seinen Fortgang. Die Italiener waren sichtlich
bemüht, möglichst viele ös terreich isc he Kräfte zu bind en und richteten 117