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Full text : Das Standschützen-Bataillon Dornbirn im Weltkriege

Das Leben in Lastenebolo.

Die Racht auf den 13. November wurde bitter Kalt und mit
Ausnahme des mit dem Körper erwärmten Plätzchens war der
Boden in den erst en Morgenstunden fest gefroren. Auf den Decken
und Mänteln lag Kalt er, weißer Frost. Müde und steif erhobe n
sich die (befangenen sehr zeitig, um durch rasche Bewegungen sich
ein wenig zu erwärmen.

Von einem abgehenden Gefangenentransport erh ielt die
Kompagnie italienische Militärzelte, (bleich wurde mit dem (Zeltbau
begonnen und in kürzeste r Zeit waren die Wohnungen für je 4 oder
6 Mann fertig.

Tastenedolo barg damals in seinem Lager sch ätzungs weise
50. 000 Gefangene. Gr ößere Transpor te Kamen und gingen täglich,
doch Konnte man bei den r iesigen Ausmaßen der Anlage nicht
fest stellen , ob die Zahl der Leidensgenossen durch diese Wechs el größer
oder Klein er wurde. Alles war in Zelten untergebracht und die
v ielen tausend luftigen Wohnungen boten einen impos anten
Anblick. Das Elend aber, das diese e införmig graue n Stoffwände
bargen, schrie zum Himmel.

Die österreichischen Offizie re, die zum Teil noch mit ihren
Trup pen marschiert war en, wurden in Tastenedolo von der
Mannschaft abgesondert. Auch für Le utnant Deuring hieß es
daher Abschied neh men und mit Bedauern sah die Kompagnie den
beliebten Offizier scheiden.

Die Gefangenen waren in diesem Lager, nach Kationen
sortiert, in getrennten Umzäunungen untergebracht. Diese Maßnahme
 erw ies sich als sehr wirksam gegen die ewigen Reibereien
und die Betroffenen fühlten sich unter gleichsprachigen Gefährten
entschieden wohl er. Für die Italiener hatte die Sache noch einen
anderen Vo rteil. Durch die gründliche Scheidung der ver schieden en
Völker Konnten sie ihre Gunst nach Belieben verteil en. Den Trentinern,
 Triestinern, Tschechen und J ugoslaven gab man reichlichere
Verpflegung, während für die übrigen Rationen sich das Anse hen
nur in einer mehr oder weniger g roben Behandlung ausdrückte.
Am wenigsten beliebt waren die Ungarn, die — abgesehen von
ihrer Brutalität — schon durch die Spr ache a llein die Ohren der

Welschen ständig beleidigten. ।।157
            
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