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auf dem jetzt überwachsenen Schut te steht die Pfar rkirche
von St. Antoni. Hier auf der „ Sant Antöne r
Alma“, meld et die Sage, sei vor lang en Jahren ein
Bergstu rz herabgekommen und habe die gro sse und
volkreiche Stadt Prazalanza überdeckt. Die wunderliche
Mähre erhält etwas Aufklä rung durch eine andere Sage,
welche behauptet, dass die Kirche von St. Antoni in
ural ten Zeiten -von Herrn Otto von Za lanz g estiftet
wo rden. Diese Burg Zala nz ist jetzt nirgends mehr, zu
finde n. Wahrscheinlich liegt sie versunken mid verges
sen gerade unter dem Schutte und dies er heisst daher
Pra de Zalanza, Prazalanza, die Wiese von Zala nz.
Dass dann in der Sage aus dem Sch losse des frommen
Ritt ers Otto eine grosse Stadt geworden, ist nicht zu
verwundern. Prosa ischere Deute r sage n: Prazalanza ist
so viel als praz als ogns oder ons = prata alnis
consit a. d. i. unser Erl enau, Erlach.
Ueber die Sant Antöner Schutthal de fliesst ein
kleines Bächlein der Ill zu; sein Wa sser ist Jahr aus
und ein trübe, was der nüchterne Verstand vom Gypsgehalte
ableiten will, die Phantasie des Volkes aber
viel poetischer deutet. An der Quelle des Bächleins
geistert nämlich seit undenklicher Zeit eine Jungfrau,
einen kostbaren Sc hatz hütend und sc hmerzli ch ihrer
Erlösung harrend. Um die Jungfrau zu erlös en und
den Scha tz zu heben, soll te man eine ungeheure, grausenhaft
e Kröt e, die auf dem Deckel der Schatzkiste
sitzt, dre imal auf den Mund küssen. Dies en Muth wollte
aber bisher noch Nie mand hab en, und die Jungfrau,
an ihrer Erlösung verzagend „ trächnat« (thränt, weint),
dass ihre Zähren hundertweis in das Bächlein fallen,
wesshalb dasselbe so trübe geht und „ Trächnabächles
(Thränenbächlein) genan nt wird.