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Full text: Zum Geschichts-Unterricht an den Volksschulen Vorarlbergs

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viel Geld kosten würde. Wohl hatte er in di esen zehn Jahre n 15 Gul den 
erspart von seine m Hirtenlo hne, aber da hatte man ein paar hundert 
haben sollen. Doch der edle Jüngling ließ den Mut nicht sinken. 
An einem Son ntag nach der Messe trat er mitten unter die Ba uern, 
welche vor der Kirche beisam men standen, und rief laut: „Wer auf 
dem Arlberg ein Rettungshaus errichte t, daß im Winter nicht so viele 
Menschen zugrunde gehen, denl gebe ich diese 15 Gulden!" Aber nie­ 
mand zeigte Lust dazu, die Männer schüttelten nur die Köp fe. „Nun 
de nn," sprach Heinrich Findelkind, „dann gehe ich al lein ans Werk." 
Noch im gleichen Somm er reiste er zum Herzog Leo pold, dem 
das Land Tirol gehörte, und bat den hohen Herrn um seine Hil fe. 
Er bat nicht vergebens, der Herzog ließ ihm eine schöne Summe reichen 
und riet dem Hemric h, er solle auf dem Heimwege in alle Schlösser 
gehen und um ein Al mosen für die He rberge bitt en. Heinrich folgte 
dem Nate und als er wied er nach St° Jakob kam, da hatte er so viel 
Geld, daß er nicht nur ein groß es Hans, sondern auch noch ein Kirc h­ 
lein dazu bauen konnte. 
Als alles fertig war, nahm Heinrich Findelkind mehrere Knechte 
und zog hi nauf auf den Arlberg. Jeden Abend ging er oder einer der 
Knechte hlnaus, suchte die gefährlic he n Ste llen ab und horchte gut, 
ob kein Hilfe ruf zu hören war. Gle ich im ersten Winter wurde n 7 Mensc hen 
gerettet und so ging es jedes Jahr. 
Wer hatte damals gedacht, als der zwölfj ä hrige Heinrich von 
seine n Pflegeeltern in Kempt en Abs chied nahm, daß dieser Knabe ein 
so großer Wohltä ter der Menschen werde! 
Das Haus steht heute noch auf dem Arlberg und wenn du 
ein mal hinauf kommst, so sch aue alles gut an und denke, diese Fels­ 
köpfe da oben haben dem edlen Heinrich zugeschaut, auf diesem Boden 
ist er auch gegangen, da herauf hat er manch en Halberfrorenen ge­ 
tragen und ihn wieder dem Leben znrüekgegeben. 
Biegkrieds Tod. 
Mie Siegfried hörnen wurde. 
Siegmund, der König von Niederland, besaß einen Sohn, er 
hieß Siegfried. Der Vater hatte viel Freude an dem Knaben, denn 
es war ein schöne r, blon dgelockter Junge und dazu so stark, daß sich 
alles verwunderte. Nur etwas bereitete dem König Sorge: Siegfried 
war es daheim zu enge, er wollte wie ein kühner Held die Walder 
durchstreifen und in fremd en Lä ndern mit wilden Treren und Riesen 
kämpfen. Einst fragte Siegmund seine Räte, was da zu machen lei. 
Diese sagten: „Herr Köni g, lass et den Knaben ziehen, er wird gewiß 
ein großer Held werde n." Da gab der Vater endlich nach.
	        
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