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Full text: Über die Urbewohner Rätiens und ihren Zusammenhang mit den Etruskern

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veris, 1) Täufers tin Vintschgau und Täufers im Pusterthale; Tu- 
verasca,2) die Gru ob, Gegend am Vorderrhei n in Gra ubündten. 
Tobadill am Inn im O. I. Th. ist Tuvatula. 
Daö Etruskische zeigt die Comb ination st im A nlaut äußerst 
selten und wo sie vorkommt, sche int sie verdächt ig. So in den 
neu aufge fundene n Namen Ste fna, Steprna,3) deren letzterer nur 
ein Derivat des ersteren, dieser aber wohl aus dem Griechischen 
genommen ist. Daß im Griechischen und Lateinischen 8 als pro­ 
thetischer Buchstabe sow ohl vor c als vor t trat, ist bekannt und 
durch zahlreiche Beispiele zu belegen. Es ist daher nicht auffallend, 
d ieses prothetische 8 im Rät ischen wieder zu finden und wir glauben 
uns de mnach berechtiget, alle Name n, welche im A nlaute ein 
St zeigen, ZU denen zu stellen, die ein einfaches T wei sen. Stuls 
ist uns daher was Tuls, Tils, Stilfes, Stilfs was Tulfes;^) 
Stams im O. I. Th. stellen wir zu Zams und lei ten es von 
Thanasa ab. Staföll im St. Christinathal, O. I. Th. ist — 
Tuval und Stöblein bei Vent im Oetzthal — Tuvaluna, Stubai — 
Tuvaia. Stallanz bei Staföll und Stalleer im V. A. B. s tellen 
sich 511 Thal, und ersteres bietet wie Zalanz ein Thalanisa; letzteres 
ist Thalura. Sterzing5) erscheint daher nur als eine an dere Form 
i) Tuven's, Tu vers, Tufer is, Tauu ers, Täuf ers น. f. tu. Alle Formen, 
unter denen Täufers im Vintschgau vorkömmt, erscheinen auch für Täufers 
im Puste r thale. 
-) Zm Verz. der E inkünfte des Hochstifts Chur S. 40. Wenn „die 
Gru ob" als Uebersetzung vonTuverasca angesehen und dabei noch bedacht 
wird, daß die oben genannten Loealitäten zumeist in Schluchten liegen (von 
allen können wir es nicht behaupten, da wir nicht alle gesehen haben), 
so möchte man vermuthen, daß Tobel, was in Vorarlberg und der ös tlichen 
Schweiz eine Schlucht bedeutet, ebenfalls ein ratisches Wort sey. Siehe 
übrigens Sch meller bayr. Wörterbuch 1 .424, wo aus dem Althochdeutschen 
tobal, vallis, tobe ], profunditas si lvae inter montes; gitobili convallis ange­ 
führt werden. 
3) Bullet. 1830. S. 166 น. 202. 
H Vollkommen vocalisirt würde der Name Tuluvesa laut en. Stilluppe, 
Stilubbe, Name eines Nebenthals des Zillerthales, gibt ein solch es S-t uluva. 
Stiluppe verh ält sich daher zu Tulfes und S tilfs, wie Vel uva, Pfluw , zu 
Velvisa, Ulf is. — Tolfa, der he utige Name eines Berges am Minio im 
füdlichen Etrur ien, verräth rafenischen Ursprung und ist wohl eins mit un­ 
serm Tuluva. 
5) Stercingia im I. 1270. H. s. W. 2. Urkdb. S. 97. Auch Ster- 
zenghe น. s. w.
	        
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