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Full text: Über die Urbewohner Rätiens und ihren Zusammenhang mit den Etruskern

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Caruta sGareich), im NonsLer g und in Graubündten ein Caret, 
hier ein Velumis (Flums), bei Trient ein Flcmes, wie es in den 
Urkunden heißt oder Fie mme nach der heutigen Aussprache (deutsch 
Fleims) น. dgl. mehr. Die Diskrepanz zwischen rätische n und 
altitalisch e n Namen mag sich zum Theil da raus erklären lassen , 
daß der Fle rionsvoca l น bei den Etruskern (bei den Nätern sch eint 
es nicht der Fall gewesen zu seyn) später in e üb erging, also aus 
Tituni, Titene, aus Aulune, Aulene wu rde; 1) für die neuern 
romanisirten Namen liegt zur Erklärung dieses Unterschiedes wohl 
auch wieder die An nahme am nächsten, daß hier 6 statt eines 
frühern aus น hervorgegangenen i s tehe. 
Es gilt daher als Regel, daß in der Accentsylbe kein an drer 
Vocal stehen könne, als a oder น, und daß t, e, ei auf l etztere 
zurückzuführen s eyen; aber damit ist für die Vocale der tonlosen 
noch nichts ents chieden . Haben wir dabei nur die Forme n der 
U rkunden im Auge, so ergib t sich dafür die Wahl zwi schen 6 und 
i, und damit könnte man sich begnügen, wenn lediglic h nach Ana­ 
logie der etruskischen Epigraphik verfahren werden sollte, denn 
diese sche int es damit ungefähr ebenso zu halten. Allein für unser 
Gebiet stellt sich die Sache dad urch anders, daß es kaum eine 
Derivationssylbe gibt, die nicht, sey es im nämlichen Namen , sey 
es in andern analogen, als accentuirt erscheint. So könnte sich 
z. B. das urkundliche Scalrs, Schalders, mit C aleris zufrieden 
stellen, aber Gleirsch fordert schon in Caluris und das identische 
Celrosa erheischt sogar ein Calurusa. Eb enso möc hte man sür Su- 
tens, Sautens, nach Analogie des epigraphischen Suthina ein Su- 
thinis voraussetzen, aber Sateins fordert ein Suthun is, und sol che 
Beispiele werden unten in Menge vorkommen. 
Wir h alten es, wie wir oben gesagt, sür m öglich, daß der­ 
a rtige, nur durch den Accent verschiedene Doppelform en schon im 
Rätischen vorhanden gewesen, aber da sie wohl ursprünglich ganz 
gleichlautend waren, so sche int es nicht angemessen, sie auseinander 
zu ziehen und z. B. für S chalders ein Caleris, für Gleirsch ein 
Calurisa und für Celrosa ein Calurusa als Urfor m aufzustellen. 
*) Auch Pompeii kann etruskisch nicht ande rs gelautet haben als Pum- 
puia. (Auf osci schen Inschriften heißt es Pumpaia.) Das rätische IV lati-eirim 
muß entweder Matrui a oder, wie die Schreibart der Urkunden Matarai leh­ 
ren könnte, Ma traia gelautet haben.
	        
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