Mutig und vertrauensvoll verliess der juge ndli che Geistli che
seine württembergische Heimat, um hier im fremden Lande sei nen
ernst en Beruf zu beginnen. Der Gottesdienst wurde anfangs
in der Villa des Herrn von Schwerzenbach, dann in dem leerstehenden
geräumigen Hause des Herrn Güllich aus Pforzheim
abgehalten. Hier erbaut e der begabte P rediger seine kleine Gemeinde,
die sich an Sonn- und Festtagen um ihn versammelte;
hier ge wann er bald die Herze n der K inder, die er in der Reli gion
unterwies. An den erste n Monatssonntagen führte ihn ein Wagen
nach dem Oberlande. Um 5 Uhr morgens musste der Pfarrer seine Reise
antreten und kehrte ermüdet spät abe nds zurück. Im Oberlande
fand der Gottesdienst zuerst im Hause des Herrn Douglass in
Thüringen, spä ter im Saal eines Gasthofe s in Feldkirch statt, bis
auf dem in Feldkirchs Nähe im Jahre 1862 ang ek auften Grund e
ein Bethaus mit einem Friedhof für die Gla ub ensge nossen des
Oberlandes erstellt werden konnte.
Auf die Erbauu ng eines eigenen Gotteshauses war auch das
eifri ge Trachten der evangelischen Gemeindeglieder in Bre genz
gerichtet. In grossmütiger Weise stellte Herr Melc hior Jenny von
Hard eine von ihm bereits im Jahre 1856 käuflich erworbene,
prächtig gelegene Wiese auf dem s oge nannten Oelra in in B regenz
der Geme inde zur Verfügung mit der Best immu ng, dass darauf ein
Gottesacker errichtet und eine Kirche erbau t werden möge. Reichlich
flossen die H il fsmittel von den Glaubensbrüdern von nah und fern
zu und bezeugten eine rührende Teilnahme, sodass die Gemei nde
es wagen durf te, mit frisc hem Mut ans Werk zu ge hen.
Am 24. August 1862 wurde feierlich der Grundstein zum Bau
der evangelischen Kirche in Brege nz gelegt, zu welche r Herr
Oberbaurat Leins von Stuttgart den Plan im gotischen Stil grat is
zu liefern die Güte hatte. Der Bau nahm nahezu zwei Jahre in
Anspruch. Am 8. Mai 1864 ko nnte die Einweihung der Ki rche
sta ttfinden. Das war ein Tag gross er Freude für die Gemeinde!
Von frohen Dankgefühlen tief durchdrungen, wallfahrteten die
Schaaren der Festteilnehmer dem neuerstandenen Go ttesh ause zu,
das von der Höhe des Oelraines über den Spi egel des Bodensees
hinschaut auf fünf anei nandergrenze nde Länder. Aus diesen brachten
Schiffe und Eisenbahnen zahlreiche Gäst e, welche Zeugen des
erhebenden Fest es zu sein verlangten. Von geistlichen Würdenträger
n waren erschienen : Herr Superint endent Dr. Gottfried Franz
aus Wien, Herr Generalsuperintendent von Hauber aus Ulm, ausserdem
22 Pfarrer aus der Schweiz und den deutschen Nachbarländern. a*o