128 11. Beschreibung der Pfarrkirche in ihrem gegenwärt igen Bestands.
volle Engelse rscheinun g, die finstere Nachtstimmung und wiede rum
der goldstrahlende Himmelsglanz bedi ngen vorzü gl iche Kon trast-W irkungen.
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Vor diesem Bilde wird alle Donnerstage nachmi ttag s 3/4 5 Uhr
vom Pfarr-Kooperator die sog. „Angst", ein uralter latei nisc her Hymnus
mit anschließenden Gebeten zu Ehren des Lei dens Christi und
besonders sei nes Geb etes am Oelbe rg, verr ichte t. Diese Andacht stamm t
aus den: Jahre 1640 und wurde von einem gewissen Joh. B. Stein ,
ledigen Stan des, gestiftet. (Pru gger, S. 65.).
Neben dem Marienaltar über der Kommun ionb ank hängt in
kunstvoll geschnitztem Renaissance-Rahmen ein kleineres Oelge mäl de,
ebenfall s von Bobleter. Es ist eine Dar stellung der hl. Jungfrau
und Martyrin Phi lomena in ihrer Todesr uhe und wurde
nach einer Zeichnung des berühmten Altm eister s Josef R. von Führich
ausgeführt.
An den vorder en drei Rundpf eilern des Mittelganges sind zuob
erst W ap p en sch ild ch en sichtbar; sie enthalten fol gende Darstel
lunge n: das vorderste das Wappen des Papstes Pius IX., in
dessen Pontisikat die Restauri e rung der Kirche fiel; das mittlere die
Inschrift: Aedificatum 1478; restauratum: 1872—78, und darunter
außerh alb des Spruchban des: 1898; das letzte zeigt den öst erreich ischen
Reichsa dler.
II. Die Malereien der Wandflächen und Decken.
Die mal erische Auss chmü ckung der Kirche erfolgte, wie oben gesagt,
durch F. D. Ko lb aus Ellwangen und seinen Schüler Fr eidl;
1873 be gann die Ausmalung des Chores; 1874 und 1875 wurde
zuerst die Kapelle und dann das Lang haus gemalt. Das Verfahren,
das hier angewendet wurde, ist nicht Freskomal erei, sondern die Olwachs-T
echnik . Dieselbe besteh t darin, daß die Farben, mit Oel
und geschmolzenem Wachs vermischt, auf dem trockenen Kal kgrund
aufgetragen werden und dadurch eben die gewünschte Mattierung erha
lten und haltbar bleiben. Wenn auch dies Verfahren wegen der
Arbeit des Wachs schmelzens etwas umständlich und auch kostspiel ig
ist, so hat es doch den Vorteil, daß die Malereien heute nach 50 Jahre
n aus dem freilich trockenen Unter gründe noch unverd orben und frisch
sind trotz so manc her Witterungseinflüsse und der am Anfan g noch
mangelhaften Du rchlüftung der Ki rche. —
Die Ausmalung wurde seinerzeit als gelungen bez eichnet , und
mochte es auch nach dem Stand der da mals erst wi eder in Entwick elung
begriffenen Kunstpra r is auch teilweise sein. Heute nach mehreren
Jahrzehnten hat sowohl die Methode der Kirche nrestaur ier ung im
allgemeinen als auch die Erforschung und das Studium des gotischen
Stils bedeutende Fortschritte ge macht und würde das Problem
der malerischen Ausschmückung unserer Kirche wohl an ders gelöst worden
fein. Der Künstler hat sichtli ch sich bemüht, einen einheitlichen,
warm en, gefälligen Grundton durch das ganze Werk hindurch hindurch