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Full text : Die Stadt-Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus in Feldkirch einst und jetzt

11. Besch reibung der Pfarrkirche in ihrem gegenwär tigen Bestände. 147

erhöht worden, 1507. Er war als Fe stungst urm ge baut worden mit
Zinn en und Schi eßscharten in mehreren Stockwerken, so daß die Umgebung
 der Stadt mit Katzen köpfen bestrichen werden konnte. Um die
Mitte des 17. Jahrhu ndert s entfernte man die Zin nen, da der Turm
nunmehr eine friedliche Besti mmung haben sollte; es wurde noch ein
Stockwerk aufgema uer t und in dasse lbe die große Gl ocke gebracht. Ein
um jene Zeit am Turm hingemaltes Marienbild veränderte den Namen
 in „Frauenturm".

Dieses Marienbild, das im Lauf der Zeit fast vollständig verwittert und
verschwunden war, wurde im Jahre 1899 auf Ver anlassun g und Kosten der edlen
Wohltäterin Frau t Katon Mutter durch Maler Florus Scheel erneuert,
bezw. an derselben Ste lle vollständig neu gem alt. Auch das seitwärts daneben
prangende Wappenbild, den österreichischen Biud ens child mit Helmzier darstellend,
wurde von demselben Maler ausgeführt.

Auf dem Aufsätze des Turm es lief ein eisern es Gel änder herum ;
von hier aus wurde den Hochze it sp aaren währ end des Kirchgangs
mit Trompeten Willkomm geblasen. Jene erste Gl ocke wurde von

Theodosius Ernst von Li ndau 1665 gegossen. (Sie he S. Jenny a.
a. O.). Sie war 113 Zentne r schwer und er hielt den Namen „Rochus".
Die Kosten beliefen sich auf 7000 fl. Aber schon nach wenigen Jahren

wurde diese Glocke infolge eines Spr unges sch adhaft, und mit Ko ntrakt
vom 13. Feber 1674 ordnete die Stadt den Umguß durch die Glokkengießer
 Melchior Mau rer von Biberach und Johann Bapt. Ernst

von Memmingen an. Das Gewicht der neuen Glocke betrug 120 Zentner.
 Am St. Katharina-Tag, 25. November, 1675 wurde sie unter
großer Feierlichkeit in den Turm gezogen.

An diese s festli che Ereignis eri nnert uns die B eschreibung einer szenischen Aufführung
 , welche im Jahre 1759 die Rhetori k-Sch ül er des damaligen Jes uiten­Gymnasiums
 veranst alteten . Der im Archiv des hiesigen Gen.-Vikariates (Apost.
Administrator) befindliche Berich t ist betit elt: „Campa na magna Veldkirchen s is
(Sie große Glocke von Feldkirch) . Drama Festo Sanctae Latharinae
 Datum a Rhetorica V eldkirchen si 1759." Das Festspiel
 war, wie aus dem Titel ersichtli c h, latein isch verfaßt. Die V e ranlassung
zur Dic htung und Aufführ ung gibt der Berichterstatter, der jedenfalls mit dem
Verfas ser identis ch ist, folgendermaßen an: In: Jahre 1675 fand der Aufzu g
der Großen Gl ocke am St. Katharine nt age den 25. November statt, der damals
ge rade auf einen So nntag fiel. Der Aus zug war schon auf den Tag vorher bestimmt
 und alles vorbe reitet gewesen, da traf irgend ein Hindernis ein, so daß
an diesem Samstag die Arbeit nicht vorgeno mmen wer den konnte; sie ließ sich
aber auch nicht län ger verschieben wegen des zu befürchtenden Witterungs-Umschwunges;
 und so wurde die Gl ocke am So nntag mittags 12 Uhr in den Turm
aufgezogen, während das Volk um gutes Gelingen den Psalter betete. Da nun
St. Ka tharina die Patronin der Philosophie-Studierenden ist und ihr Bildnis
auch aus der Glocke angeb racht war und zwar, wie eigens bemerkt wird, auf jener
Seite, die gegen das Gymnasium — damals auf dem Kirc henp latz gelegen —
gerichtet war, so bot dieser Umst and im Jahre 1759 den Anlaß, bei der diesjährigen
 Festausführung an jenem Schulfesttage das lokal-patriotische Thema von
der großen Glock e zu wählen. Das „Argumentum" oder der Gegenstand der
dramatisc hen Bearbei tung ist folgender: Die Türme der Kir chen sowie der
Befestigungs anlag en der Stadt Feldkirch sind dem Katzenturm („tu rris kaziana")
schon längst gram und neidisch wegen seiner gewaltigen Größe und seine s Vorzuges,
 eine so große Glocke beherbe rgen zu dürfen; mit vereint en Kr äften wollen wollen
            
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