3. Lage der Pfarrkirche und ihre Umgebung einst und jetzt. 15
Hutsch, darauf in den der Mü ller über; in der ersten Hälfte des
19. Jahrhun dert s er scheint es im Besitz des Dionys Bargehr,
Inhabe rs der Bleiche in Brederis , der es den Generalvikaren
Joha nnes von Tsc hiderer und Georgius Prünster zur Wohnung einräumte.
(A. Ludewig, S. I.: Br iefe und Akten zur Eesch. d. Gymna
siums und Kollegs der Gesel lschaft Jesu in Feldkirch, Gymn. Progr.
d. Stell a Matutina, 4 Teile 1908 — 11: I., S. 50; II., S. 105, 2.
— Ueber das Bürgergeschlecht Hutsch , besonders den Stadtrat
Jakob Hutsch, den Begründer der großen Bl eiche in Bred eris 1683,
wegen dieser seiner Verdienste 1696 geadelt mit dem Prädikat von
Adlersburg, siehe W.-Merkle, II., S. 216).
Unmitt elbar an diese s Hutsch'sche Haus gegen die Neustadt zu
stieß das Gymna sial-Gebä ude (Ludewig, I., S. 52, 56; vgl. den
Stadtplan mit der Dar stellung des Brand es vom Jahre 1697 (Nr.
8: Gymnasium, Nr. 9 Hutsch'sches Haus ); eine Wiederg abe die ses
kulturhistorisch bedeutsamen Bi ldes — Origi nal im Besi tz der Frau
Pauline Schlittler, Feldkirch — bei Ludewig: III., S. 206/7.). -
Das Gymna sium wurde im 19. Jahrhundert die städtische Vol ksschule,
während im Hinterhaus, im rückwärtigen Teil des der Mesne rwohnung
bena chbarten Gebäudes von 1860 bis 1871 die alte Realschule
untergebracht war. Im Jahr 1899 mußte dieser ganze Trakt
bis an das Mesnerhaus dem auf dies em Platz neuerbauten k. k. Postamtsgebäude
weichen.
Der alte Friedhof bei der Kirc he war mit Mauern umgeben
(Vgl. die alten Stadtpläne, z. B. jenen von Mer ian im 17. Jahrhundert
[neuere Li tographie von Maler F. T. Bobleterj, und u. a. im Feldk.
Heimatschutzmuseum), durch welche von Osten und Wes ten je ein Eingang
hineinführ t e. In diesem Friedhof wurd en seit 1380 nur noch
Priest er und Adelige, sowie Rats person en begraben. Die alten Grabdenkmäler
erhielten sich bis 1808. In diesem Jahre wurde der Begrä
b nisplatz abgetragen, eingeebnet und mit Steinen bepflast er t (W.-Merkle,
II., S. 174). An der Südwand der Ki rche konnte man bis
zur schon erwähnte n letzten Resta urierun g zahlreiche Grabsteine und
Gedächtnistaseln eingemauert sehe n. (Hier sei gleic h bemerkt, daß anläßl
ich dieser Restaur ierung der Boden des Kirchenplatzes etwas tiefer
gelegt wurd e, sowie daß bei Gelegenheit der Aufführung des neuen
Postgebäudes eine neuerliche Tiefer leg ung des Bode ns erfolgte, so daß
die Anbringung von noch zwei weitere n Steinstufen bei den beiden
Hauptportalen notwendig wurde). Das erw ähnte Feldkircher Museu m
bewahrt noch einen alten gotischen Grabstei n rötlicher Färbu ng, der
einen Priester in kirchlichen Gew ändern, den Kelch in Händen tragend,
da rstellt. Der Grabstei n war bis zuletz t im sog. Beinhaus unter
dem Presbyter i um der Kirche aufbewahrt gewesen. Ehedem waren
laut alten Na chrichte n an der Kirc henmauer beim oberen Einga ng vier
Bronze-Wappen angebracht, wovon sich dermalen noch drei im genannten
Museu m befinden. Zwei derselben tragen die Jahreszahlen 1483 1483