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Full text : Die Stadt-Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus in Feldkirch einst und jetzt

16 3. Lage der Pfarrkirche und ihre Umgebung einst und jetz t.

und 1487. Weizenegger-Merkle (N otizen über Feldkirch [1833], S.
272, und Vorarlberg II., S. 174) beschreibt dieselben und glaubt sie

an Hand von Bucelin s „Raetia" den Familien von Heidenheim, von
Klingenberg, von Wittenbach und von St. Viner zuweisen zu könne n.

Bei den verschiedenen Kanalgrabungen aus dem heutigen Kirch enplatz
 kamen wiederholt Gebeine zum Vorschein, die von den ehemals
hier Begrabenen herrühren; sie wurden ges ammelt und auf dem jetzigen
 Friedhof zur geweihten Erde bestattet.

Von 1380 an diente der Vorraum um die eh emalige St. Leonhards
kirc he „in der Au" — aus dem Platze , an dem die heutige Stella Matuti na
sich erhebt — als Begräbnisplatz. Er war ehedem ebenfalls durch Mauern
eingefa ßt, die aber in den Kriegsjahren 17 96—1800 abgetrag en wurde n. Die
na ssen Jahre, die in der Zeit nach 1468 öfters folgten, und den Gesun dhe itszusta
 nd der Stadtbewohne r bedroh ten, sowie die Überschwemmun gen der IN, die
mehrmals die wohl nur obenhin begrabenen Leichen forttrugen, machten die Anlagen
 eines neuen Friedhofes nötig, und so wurde im Jahre 1551 der heu tige
viereckige Fried hos in Levis, vorerst noch ohne Kapelle, zur Ruhestätte für die
Toten ein geweih t. Die Kirche zu Ehren der Apostelfürsten Petrus und Paulus

ward 1558 errichtet; der Turin folgte erst 1673 nach; die Umfassungsmauern bargen
 schon von altersh er einen gedeckten Gang, in dem noch in der ersten Hälfte
des le tzten Jahrhunderts viele bemerkenswerte Grabdenkmäler und Epi taphien angebracht
 waren. Die heutigen Arkaden wurd en nach 1850 gebaut. Bei dieser
Modernisierung des altehrwürdi gen Gottesackers sind leider manche alte, dama ls
eben noch zu wenig beachtet e Kunstwerke verloren gegang en. Nach Härtenberger
(Ar ch. f. Gesch. und Lan desku nde Vo rarlb., II. Jahr g. [1905] S. 44, unter
„Kunstgeschichteches aus dem alten Feld kirch im 15., 16. und 17. Jahrhundert")
waren die niedere n Eruft arkade n mit Heiligenbildern aus dem 16., vorwiegend
aber aus dem 17. Jahrhundert reichlich ausgestattet; eines di eser Bi lder mit der
Darstellun g des Beth lehemitifchen Kindermordes bewahrt unser Heimatschutzmuseum,
während einige ander e im Landesmuseum in Bregenz sich befinden. Unter diesen
Gemälden waren auch etli che Familienbildnisse mit den schönen alten Kostüm darstel ­
lungen. Aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen auch die um die Kirche
herum erstellten schmiedeeisernen Erab kre uze, die unserer Zeit mit ihrer eintönigen ,
schablonenhaften Grab st ein-Manie hinsichtlich Friedhofkunst zum Vorbild dienen
könnten.

Die maleri sche Friedhofkirche flankieren zwei alte Denkzeichen, das große Marmorkreuz
 und die Lichtsäule -^ Friedhoflaterne. Letzte re ist eine Sand steinsä ule
mit Alanthuskapitäl; auf diesem steht die mächtig e, sechseckige Grablat e rne mit
farbigen Elasfensterchen. Die ein gemeißelten, nunm ehr stark verwitterten Inschri ft en
besagen , daß Leonhard Haslach und seine Frau, geb. Bernhart , 1604 diese Gedächtnissäule
 gestift et und daß Esaias Gruber von Lindau das Werk im genannten
 Jahre gemacht; desgleichen liest man an der Säule einen Spruch, in rührend
schönen Wor ten die Fürbitte Mariens anrufend:

„O Gotes Muoter, du himlische Port.
Du hast umfangen das Ewig Wor tt.
Du bist gemacht der Morgen-Stern,
Hilff denen, die deiner Hilf begern.
Du hast geborn , der dich gebar,
Vor und Nach ain Jungsraw clar.
Den du tr uogest an deinen Armen
Allen Armen gibt Erbarmen."

Das gegen über stehende Gedächtnis kreuz aus rotem Marmor verdankt seine
Entstehung ebenfalls einer Stiftung des genannten Ehepaares; es stammt aus dem
            
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