3. Lage der Pfarrkirche und ihre Umgebung einst und jetzt. 17
Jahre 1672 und enthält am Säulen schaft e die Wap pen der Stifter. (Näheres
über diese zwei Werke: Feldkircher Anzeige r 1914 v. 11. Nov., S. 2; vgl. außerdem
über den Frie dhof und seine Kirche: Prugger a. a. O., S. 72; Weizenegger-Merkl
e a. a. O., II., S. 196 f; Rapp. S. V. Besch r., S. 202 f.)
Von dem Brunnen aus dem heutigen Kirchenplatz haben wir die
erste amtliche Nachricht aus dem Jahre 1808: Unterm 23. Aug. 1808
— zur Zeit der Bayrischen Zwischenregierung — reichte die kgl. Bayr.
Polizei-Direktion Feldkirch bei der kgl. Bayr. Allg. Stiftungs-Administration
in Bre genz den An trag ein (Stadtarchiv Lade XX),
den öffentlichen Brunnen bei der Pfarrkirche zur Versc hönerung des
„Marimilianplatzes" (des zu Ehren des damaligen Bayeri schen Königs
so genannten oder wenigstens für die Benennun g vorgeschlagenen
Kirchenplatzes) an die Wand der Kirche zurücksetzen zu lassen. Diese
Maßnahme unterblieb jed och. Wie aus einem Aktenstück (Een.-V ik .-Archiv
er 1828, Fasz. 71) hervorgeht, wurde der Brunnen im genannten
Jahr 1808, nac hdem da mals die Kirchhofmauern abgetragen worden,
errichtet. Der Brunnen wurde aber, wie es sch eint, in der Folge
sch adhaft und unbr auchbar wegen Erschütterung des bena chbarten
Str aßenpflasters. — Im Jahr 1828 wollte der Feldkircher Magistrat
auf dem Kirchenplatz in der Mitte zwi schen den beiden Portal en einen
neuen Brunnen mit Spitzsäulen und zwei Jnschriftschildern erbauen
lass en zum Andenken an die zwei für die Geschichte der Stadt bedeutsamen
Kaiser Marimilian I. und Franz I. Zufolge der Gegenvorstellung
en des Bischofs Galura unterblieb die Err ichtung an der geplanten
Stelle , und ward der Brunnen auf der Seite erstellt (Een .-Vik.-
Archiv, ebd.).
Auf dem rückwärtigen Teil des Kirchenplatzes und weiter abwärts,
etwa in der heu tigen Herrengasse, sta nden vor Zeiten „Häuser
und Hofstätten", die den Grafen von Montfort zinspflichtig waren.
In dem schon genannten Jarz itbuch von 1390 (Stadtarchiv) ist gelegentlich
der Jahrtags-Stiftung des Grafen Rudolf II. von Montfort,
des Bischofs von Konstanz und Chur, (erri chtet 1318) die Rede
von diesen Häusern, „im Baumgarten" genan nt und den Familien
Kurz, Suter , Rinder er und a. gehörig; deren Zins wurde vom Stifter
für den genannten Jahrtag vergabt. Ferner wird in die sem Jarzitbuch
das sog. „Alte Haus" erwähnt. Dasselbe war Eigentum der
Montforter und wurde von Graf Ulr ich I. 1340 dem damaligen Pfarrer
Heinrich von Wetzikon und dessen Nachfolgern zu einer Pfarrerwohnung
geschenkt; ein anderes Montfor ter -Hau s stand wahrscheinlich
westlich von der Ki rche an der Stell e der heu tigen Bezirkshauptmannschaft
und der bisc höflichen Woh nung und wurde von Graf
Rudolf III. 1365 dem Pfarrer Her mann Ald rian und sei nen Nachfolgern
gegen Haltung eines Jahrtages für sich und seine Vorfahren
geschenkt. (Vgl. Rapp I. aa O., S. 200 f.).-Das
heutige Amtsgebäude der Bezir kshauptmannschaft mit der
Bis chofswohnu ng, westlich von der Pfarrkirche und nur durch einen 2