6. Altarausstattung der alten Pfarrkirche. 31
St. Agath a und Agnes hin, denen liebs t den Apostel n und zweien anderen
Heiligen laut Jah rzeitbuch von 1738 (S. 598) der da malige
Apostel alter an der Evangelienseite beim Glockenhaus geweiht war.
, Bemerkenswert ist, daß jener alte Altar, von dem außer jenem Unter =
jatz leider nichts mehr auffindbar ist, ge rade auf den Weihnachtsabend
1515 errichtet wurde , also in demselben Jahre, in dem der noch zu
besp rechen de berüh mte St. Anna-Altar von der hiesigen St. AnnaBruders
chaf t beim Maler Wolf Huber bestellt wur de. —
Von eben diese m St. Anna-Altar sind noch einige spärliche Überreste
des Hochba us, haup tsächlich Fialen, vorhanden , von denen später
noch zu berichten sein wird.
Der gotischen St il periode gehö ren auch noch zwei im hiesigen
■ Pfarrhof aufbewahrte Tafelgmälde auf Holz an. Das eine, noch
sehr gut erhalten, ein Predell astück, befan d sich einstens auf dem
alten Mariä-Himmelfahrt-Altar beim oberen Kirchenportal. Das beweisen
die Heiligenf i guren, die genau die Heiligen darstellen, denen
jener Altar nachweislich geweiht war.
Es sind folgende: Mutter Got tes; St. Luzia, Jungfrau und Martyrin;
St. Luzius, König und — nach einer späteren Legen de — erster Bischof
von Ehur, Märtyrer und Patron des Bistums Chur; St. Hieronymus, Kirchenlehrer,
St. Dorothea, Jungfrau und Mar tyrin, und St. Em erita,
Jungfrau und Martyrin, Schwester des vorgen an nten hl. Luzius.
Von dem Altar wird sp äter noch die Rede sein. — Das andere
Tafelbild ist nur noch ein kärgliches Bruchstück oder ein Ausschnitt
eines größeren Gemäl des, das wahrscheinlich ebenfalls ein
Predellastück eines alten Altares in unserer Ki rche gewesen. Es stel lt
eine sog. St. Anna-Selbdritt-Gruppe dar mit mehreren ande ren biblischen
Personen, deren Namen auf Spruchbände rn ersichtlich sind; so
findet sich der Name des hl. Joseph, währ end Eli sabeth und Johannes
der Täufer als Kind noch auf dem Fragment zur Gänze zu sehen sind.
Dies der älteste Bestand der ehemaligen Altäre, soweit die Reste
und dürftigen urkundlich en Quellen uns darüber Nachricht gebe n. Im
Folg enden befassen wir uns mit den in den Urbaren aufgeführten
Altären nach ihrem Bestände vom 17. und 18. Jahr hundert an.
B. Der Hoch- oder Fron-Alt ar.
(I nha ltlich gleichlautender Aufsatz des Verfassers in Vrlb. Kath.
Vol kskal ender 1919, VIII- X: Der alte Hochaltar in der Stadtpfarrkirche
zu Feldkirch als Votivzeichen aus der Pestzeit Vorarlbergs).
Bis zum Jahre 1636 dürfte der Hauptaltar ein gotischer Flügel-4
altar gewesen sein. In dem genannten Jahre — es waren die Jahre
der „leidigen Pestilenz" hatten Stadtammann und Rat von Feldkirch
aus die aufmunternde Predigt des P. Felician, O. Cap., hin das
Gelübde gem acht, zu Ehren der Him melskönigin Maria den Haup taltar
in der Pfarrkirche zu renovieren. 1635 war nämlich die Stadt Stadt