34 6. Altarausstattung der alten Pfarrkirche.
zis kus und Dominikus abgepeten. Und die Pat rone sollten dem Hauptbl
atte ein verleibt werden; wenn aber das nicht gut möglich, sollten
sie von Holz geschnitten und ins Cor pus gestellt werden." Abriß und
Maßangabe für den Maler wurden beigelegt. Dann heißt es weiter, die
Besteller würden es nicht ungern sehen, wenn der Maler „zuunterst im
Blatt die Stadt Feldtirch laut mitgehendem Abriß anb ringen
würde". Und zum Schluß „bitten sie ganz demütiglich den Herrn,
er wolle ihm dises christliche und gottselig Werckhe s angelegen sein lassen
und Endschast geben, damit es seinen schle inige n und fürdsamen
ef fect erraichen möchte. " Dem Bri efe liegt die für uns besonders interessante
„Designation" der Patron e bei, die an Blatt und Corpus
des Altares angebracht werden sollten: „Christus auf die Stadt
drei Pf eile werfend, solch e zu strafen; oben Maria mit Dominikus
und Franziskus (in habi tu capucinorum) solc he Strafen abdrängend"
(Auf dem Altarblatt der Friedho fkape ll e in Bre genz fin det sich eine
ähnliche Darst ellung: sie ver dankt dem gleichen Anlaß ihre Entstehung);
dann folgende Patrone, dem Blatt und Co rpus einv er leibt: St.
Nikolaus, Sebastian, Katharina, Micha el, Placidus Mart., Sigis -
bertus Beichtiger (Beken ner), Martinus Episc., Maria Magdalena,
B üßerin, und Ottilia. Es sind das die Heiligen, denen der Hocha ltar
ge weiht ist (Urb. „Beschreibung", S. 1.). — Dom 2. April desselben
Jahres 1636 datiert die Kopie eines weiteren Schreibens an
Herrn Zacharias v. Pappus zu Tratzberg, derzeit in Genua
(Er war in den Jahren 1643 und 1646 Stadtammann von Feldkirch
sPruggers Chr., S. 85 .]), worin es heißt, daß statt der zwei Statuen
der hl. Petrus und Pa ulus — von denen allerdings im vorausgehenden
Schreiben noch nicht die Rede gewesen — lieber St. Sebastian
und Rochus angebracht werden sol lten.
Aus den mehrfachen Andeutungen über eine Anza hl holzgeschnitzter
Fig uren und aus den Mi tteilung en Wei zeneg gers und Här tenbergers,
daß der Hauptgegenstand des Altarblattes St. Nikolaus als
Fürb itter gewesen sei, geht hervor, daß die im obigen Schreiben aufgesührten
Pat rone nicht dem Hauptblatte ein verleibt, sondern als Statuen
in das „Cor pus" eingestellt wur den. Pru gger erwähnt (S. 60)
die in Mannsg röße geschnittene St atue des hl. Sebastian rechtersei ts
auf dem Hochaltar.
Damit das schöne Altargemälde die richtige Beleuchtung erha lte
und recht zur Geltung kom me, wurde n durch den Steinmetz Melchior
Grueber aus Rorschach in der Mauer des nördlichen Chorseitenschisfes
ober der Sakristei drei Fenst er, jedes drei Schuh breit und sie ben
Schuh lang, sowie zugleich in der inneren (Haupt-) Mauer oben drei
ovale Oberlichter ausgebrochen. Die Fensterrahmen wurden aus Rorschacher
Stein hergestellt. Für diese Arbeit erhielt der Me ister 95 fl.
(Akt enstü ck d. d. 26. Feber 1636 im Stadtarch., L XX.)
Dieser kün st lerisch jedenfalls bedeutsame Hochaltar erhielt einge
Jahrzehnte sp äter eine neue Bereicherung: 1672 und 1673 ward mit mit