426. Altarausstattung der alten Pfarrkirche.
Hinter diesem Altar stand bis zum Jahre 1655 das alte eiserne
Sakram en ts-Häus chen — die jetzige Kanzel —. Es ist sic her, daß
mit demselben — dem Aufbewahrungsort des Allerhe i li gsten — auch
damals schon ein Altar verbunden war. Es geht das aus dem noch
näher zu bes prec henden Schreiben des Stadtammanns und Rats an
den Fürstbischof in Chur vom 20. Juli 1655 (St.-Arch., L. XX.,
Nr. 34) hervor. Es ist hier die Rebe von einem „eisernen Gefäß aus
dem mittleren Altar, da rinnen das Hochwürdigste h. Sakrament aufbehalten"
werde. W eiters wird in diese m Schreiben die Bitte aus gesprochen,
diese s „Chostlich Werckh mit dabeistehendem Altar in seiner
würklich perfecti on verbleiben zu lassen". Prugger (S. 80) bericht et,
daß die Kanzel „aldorthin, wo sie jetzt st ehet, von dem Mitleren Altar,
welcher sambt dem Tab ern aculo ver endert ward, ver setzt worden" (vgl.
auch ebe nda S. 65 f.). Der alte Altar vor 1655 wird wohl außerdem
Altartische kaum irgen d eine bemerkenswertere Aus st attung gehabt
haben, da ja die Hauptzierde das unm ittel bar hi nter ihm sich erhebende
Sakramentshäuschen war. Über das Aussehen dieses Altares nach der
Veränderung von 1655 li egen keine Na chrichte n vor.
Der mittlere Kreuzaltar war der Kongregations-Altar der „Herren
und Burger ".
Schon einige Jahre nach dem Eintreffen der ersten Jesuiten-Patres
in Feldkirch, im Jahre 1649, wurde durch diese eine gemeinsame
Kongregation für Studenten und Bürger gegrü ndet; die wach sende Zahl
der Sodalen fü hrte 1668 zu einer Trennun g. Die „Her ren und BürgerKongregation"
unter dem Titel Mariä Reinigung hielt ursprünglich
ebenso wie die Stud enten ihre Ver s ammlungen und Feste in der Aula
des Gymnasiums; vom Jahre 1674 an jed och wurden diese in die St.
Le onh ards-Kirche verlegt, (Ludewig aa O II., S. 129 bis 132.).
Doch abermals erwies sich bei der immer mehr zunehmenden größer en
Ausbreitung der Sodalität dieser Raum als zu klein , und so übersiedelte
dieselbe am 6. März 1701 in die St adtpf arrk irche (Ludew ig,
eben da, III., S. 187 f., wo auch die Fe stlich keit anläßlich dieses Umzuges
ausführlich bes chr ieben ist.) Hier blieb der Sitz der Kong regation
bis zu ihrer Aufheb ung durch Kai ser Joseph II. im Jahre'1783,
und der genannte Kreuzaltar, der seit 1748 für die Sod alen priv ilegiert
war, wurde ihr als eigener Kongregationsaltar für ihre religiösen
Funktionen ang ewiese n. (Ludewig, ebenda III., S. 188.)
Die Entfernung di eses Altares fand ebenso wie jene der beiden
Altär e neben dem Hochaltar höchst wahrscheinlich zur Zeit Kaiser
Josephs II. statt .
H. Unser Lieb en Frauen-Altar beim Glockenhaus.
, Dieser Altar hieß sp äter auch D r e i fa l t i g k e it s -, Dreikönigs-
oder zumei st Josephi- Altar und stand unterhalb des Einganges
zum Turm oder Glockenhaus an die Wand gelehnt. Er ver- ver-