6. Altarausstattung der alten Pfarrkirche. 43
dankt seine Errichtung einem frommen Entschlüsse des löbl. Stadtmagistr
ates. — Am 23. Juni 1717 schl ug nämlich der Blitz in den
Pfarrkirchen-Turm, ohne jed och Schaden zu stiften. Infolgedessen hat
der Magistrat „diesem Gnadenbild zu Ehren ein altar aufzuerichten
entschlossen" (Urb. Beschr., S. 7). Dies Gnadenbild ist wohl kein
anderes gewes en, als die heute noch aus dem gegen wär tigen Mar ienaltar
thron ende Mado nnenst at ue. Nach Pr ugger (S. 65) war nämlich
„auf der rec hten Hand an dem E logg enhaus ein von Stein geschnittenes
altes Unser lieben Frawen Bild" . Diese Statu e be fand sich
also jede nfalls an der Wand links vom Turmeingang. Es wurde dann
bei dem erwähnt en An lasse auf den neu errichteten Altar übertragen,
der davon den Namen U.-L.-Frauen-Altar erhielt. Von diesem Altar
wan derte das Marienbild sp äter, wie wir soglei ch sehen werden, aus
den Rosari-Altar in der Kapelle. Auf dem L. Frauenaltar wurde der
Altarstein 1718 errichtet, aber erst 1721 ist er „in vollkommenen stand
gestellt" (Urb. Beschr., S. 7) und ko nse kriert worden. Seit dem
Jahre 1777 hat der Altar den Namen Josephi-Altar. Über diese
neue Widmung und Nam engebu ng berichtet uns ein im städt. Archiv
erliegendes Aktenstück von 1777 (L. XX); es trägt die Überschrift:
„Accord zwisc hen der löbl. Wirtschafts-Deputation der k. k. ob. /ö.
(d. i. vorderösterreichischen) Stadt Veldkirch und dem daselbst verbürgerten
Schreinermeister Franz Ulri ch Zw ickle in betreff eines neu aufstellenden
Altares in der St. Nicolai-Pfarrkirche allda". In di esem
Ver trag heißt es u. a., daß der Altar in der Hl. Kreuz-Kapelle (d. i.
in der jetzigen Mari enkapelle) , welcher zugleich der Altar der Rose nkranz-Bruderschaft
war, wegen Gefahr des Umstürze ns nicht mehr
sic her gez iert werden konnte; die Gebrüder Seb. und Silvester
Türtscher von hier hätten nun 200 fl zu einem neuen Altar versprochen
und die Frau Susanna Sudrellin in ihrer letztwilli ge n Disposition
150 fl hie für legiert. So habe die Oberpflege bes chloss en, daß der
Altar abgeh oben und statt des sen eben der Altar beim Glockenhaus
samt dem schon darin stehenden Gnadenbil d der Himmelsk önigin und
Urheberin des Rosenkranzes hinuntergestellt wer de. Für den so transferierten
Altar solle ein ganz neuer Altar am Glocken haus erstellt
werden, der möglichst dem schon bes tehend en Taverius-Altare an der
gegenüberliegenden Seite des Durc h gangbogens zur Marienkapelle
in Aufbau und Ausstattung entspr e chen solle . Auf diesem neuen
Altar e habe als Hauptblatt das Bild des hl. Joseph in seiner
Glorie zu kommen ; oben her ein kleinere s Blatt: St. Johannes
von Nepom uk; ebenso seien anzub ringen auf beiden Seiten St. Earolus
Borr. und Antonius von Padu a, obenauf die Bildnisse von
St. Barbar a und Katharina in St atuen und endl ich — entsprechend
dem Herz-Jesu-Bild auf dem Taverius-Altar hier das Herz-Mariä-Bild
in gleicher Verzierung und in glei chem Rahmen; unter diesem
kämen dann die drei „heiligen Häup ter" zur Ausstellung. (Letztere
dürften wohl Reliquien von „St. U r s u l a e-Eefellschast" ge-. ge-.