44 6. Altarausstattung der alten Pfarrkirche.
wesen sein [Dgl. Urb. „Beschr.", 6. 188]). Hinsichtlich der gewünschten
Übereinstimmung mit dem Taverius-Altar ist in dem Vertrag
ausdrücklich bemerkt, daß der neue Altar mit jenem in Höhe, Breit e,
in Architektur, Fa?on, Schneidearbeit und in Fassung vollkommen
„symmetrieren" müs se. Dem Meister wird au fgetrag en, daß er nicht
nur die Sc h reinerarbeit machen, sondern auch die Arbeit des Bildhauers
und Mal ers vollständig ferti g stel len soll e. Für alles zus ammen:
Hol zfiguren , Farben, Gold, Schreiner-, Bildhauer- und Maler
Arbei t, sowie für das Glas zum Herz-Mariä-Bild wurden ihm 650
fl bestimmt.
Das Bild des hl. Joseph mit dem Jesuki ndlei n auf dem Arm
ist noch erhalten und befindet sich im Pfarrhof, es hat keinen besonderen
Aunftwert. Desgleichen befinden sich noch im Pfarrhof die be iden
erwähnten Stat uen von St. Barbara und Katharina, freilich in neuer
Fassung. _
Auf den Josephi-Altar kam später als Hauptblatt an Stelle des
St. Josephs-B ildes das kunstvolle Gemälde der Anb etung der
hl. Drei Kö nige des Augsburger Mal ers Joh. Christoph
Stor er, aus der ehemaligen St. Leonhards-Kirche. (Prugger, S.70.)
Storer war geboren zu K onstanz 1611 und starb 1671; er weilte meh rere
Jahre in Mailand (9ta gler, Künstlerl erikon XVII., S. 416—18).
Wann die Über tragung des Bi ldes in die Pfarrkirche statt fand,
ist nicht mehr sic her festzustellen. Vermutlich gesc hah dies zur Zeit
der Bayeri schen Zwischenregierung, als die Le on hard skirche mit Erlas t
des kgl. Zentral -R echnun gskomm issar iat es in München vom 22. Juli
1808 für aufgelöst erklärt wurde. Möglich ist allerdings auch, dah dies
Bild bei der vollständigen Abtragung der Kirche 1850, wo sämtliche
Altarbilder und Küchengeräte der Pfarrkirche übergebe n wurden,
dahin gelangte. (Vgl. Ludewi g aa O II., S. 130 f, 3). Als das
Bild in die Pfarrkirche kam, wurde es auf der Rücksei te des grasten
St. Josep hsbilde s aufgetragen, und, da es kleiner war, als dieses,
wurden dessen Ränder mit entsprechender Malerei anschli estend an die
Szene der Anbetung der Weis en ausgefüllt. Das Storer 'sche Bild ist
gegenwärt ig wie der von seiner Unter lage abgelöst und bildet heute
noch einen hervorragenden Schmuck des Pfarrhauses.
Dieser Altar war seit 1743 für drei Tage in der Woche und auf
Allerseelen privilegiert. (Urb. „Beschr.", S. 7).
I. H. Kreuz- ober R o s ari-AIta r.
Di eser Altar stand in der Kapelle an der Stelle des heutigen
Marienaltares und war zur Zeit Prug gers (Chr onik, S. 67) der
H. Kreuz-Pf rü nde zugeeignet.
Ein Kreuzaltar be fand sich schon in der ältes ten Pfa rrkirch e, da
1328 aus demselben die Frühmesse gestiftet word en war. Da aber