6. Altarausstattung der alten Pfarrkirche. 45
die heutige Marienkapelle damals wohl noch nicht bestand, so dürf te
sein Standort entweder unter dem Chorbogen (später ist von dem mittleren
Kreuzaltar an dieser Stelle die Rede) oder aber zur li nken
Seite des Hochal tares gewe sen sein (Vgl. oben). Eine Urkunde (in
Abschrift im Gen.-Vik.-Archiv erhalten), d. d. nächsten Freitag vor
Georgi 1421, han delt von der Stiftung der H. Kreuz-Pfründe und
der dieser obl ieg enden Ewige n Messe auf dem von Amman, Räten und
allen Bürgern der Stadt neu err icht eten Altar zu Ehren des H. Kreuzes
(bei Rapp ausz üglich mitg et eilt, S. 94, 99). Ob es sich hier
um die Neu-Aufrichtung des alten , von den Mont fortern gestifteten
Kreuzaltares handelt, oder um den Bau eines ganz neuen Altares
an einer ande ren Stelle, etwa in der heut igen Marie nkapelle für den
Fall, daß diese damals einige Zeit zuvor entstanden wäre, ist nicht
festzustellen. )
Der ursprüngliche Titel des Altares in der K apelle war siche r der
zum H. Kreuze. Erst seit dem Jahre 1625, als die Rose nkran z-B ruderschaft
in der Pfarrkirche eingeführt wur de, erhi elt er die Widmun g
als Rose nkranz alt ar. Spä ter wurde auf ihm noch die Bruderschaft
vom h. Skap ulier fundiert.
Als die Jesuiten 1649 nach Feldkirch kamen, wurde ihnen dieser
Altar für ihre kirchlichen Funktionen zur Verfügung gestell t, ebe nso
wie sp äter der St. Anna-Altar (Prugger, S. 74, 67, 61). Den Patres
oblag auch die Ausstattung des Altares mit Paramenten und ande ren
Altarzierden, ausgenommen den „U.-L.-Frauen-Kleidern" (Urb. Beschrei
bung, S. 6).
Über das Aus sehen des Kapellenaltares zum h. Kreu ze haben
wir in den Akten nur w enige Andeutungen. Wahr scheinlic h zie rte denselben,
wie im nächsten Abschnitt gezeigt werd en soll, einst das Hub ersche
Bild der Beweinung Christi auf dem gegenwärti gen linken Nebenaltar.
Von 1625 an wird mit Rücksi cht auf die Widmung als
Rosenkr anzalt ar sic her ein Marienbild als Hauptdarstellung auf demselben
Platz gefunden habe n. In der Tat werden im Urb. Beschr.
(S. 225 f) unter den U.-L.-Frauen-Kleidern und -Schleiern me hrere
Stück e „zu Rosari Altar gehörig" aufgeführt, wie sich solche auch für
den da mals noch bestehenden Marienalt ar beim Glockenhaus im Verzeichnis
fin den.
In seinen geschichtlichen Aufzeichnungen über den „neuen MutterGottes-Altar
in der Kapelle der Stadtpfarrkirche dahier" berichtet
Stadt psarrer Häus le (Pfarrarchiv Fasz. „Pfarrkirche"), daß auf dem
alten Kapell-Altare vormals ein „gekleidetes" Liebfrauen-Bild gewesen,
das dann „gemäß der Verordn ung Ka iser Josephs II. nicht
mehr geduldet wurde" und verschwand. Diese letztere Bemerk ung ist
je doch nicht ganz richtig; denn eine solche Verordnung hätte erst nach
dem Jahre 1780 erfol gen kön nen. Der eigentliche Grund für die Entfernung
des alten Standbildes auf dem Ros ari -Altar ist viel mehr
darin zu suchen, daß 1777, wie im vorausgehenden Abschnit t gesagt gesagt