6. Altarausstattung der alten Pfarrkirche. 65
Versetz ung des Altares gedrungen hatte, entschieden. (Die dies bezüglichen
Akten befinden sich noch im Pfarrarchiv.)
Bei der letzten Restaurierung endlich mutzte der ganze St. AnnaAltar
weiche n und wurde n die wertvollsten Stücke, das Re lief und die
Huber'schen Passionsbilder, in geschickter Weise und nach dem Gefühl
der Zusammengehörigkeit bei den heutigen, 1878 neuerst ellten Seitenaltären
wieder verwendet.
(Die eingehende Besprechung di eser Stü cke folgt weiter unten bei
der Beschreibung der heutigen.Seitenaltäre.)
L. Xaverius-Altar.
Zum besseren Verständnis der Vorge schicht e der Errichtung diese s
Altares möge das Wichtigste über die erstmalige N iederlassung der
Patres Jesuiten in unserer Stadt und ihre Wirksam keit kurz mitgeteilt
wer den. Die bez. Angaben sind entnommen der bereits mehrfach
erwähnten Abhandlung von Anton Ludew ig S. I.: „Zur Gesc hichte
des Gymna siums und des Kollegs der Gesellscha f t Jesu in Feldkir ch";
Feldkirch, 190 8—11, 4 Tei le.
Im Jahre 1649 waren die ersten Jesuiten durch die Bemühungen
des damaligen Fürstbischofes von Chur, Johannes VI., Flugi
von Aspermon t, und mehrerer Freunde des Or dens in der Stadt nach
Feldk irch berufen worden, nachdem zuvor verschiedene Schwierigkeiten
und namentlich der anfängliche Wider stand des damaligen Stadtmagis
trates überwund en werden mutzten. Die Ankömm lin ge übernahmen
nun sofort den Unterricht an dem neu errichteten Gymnasium
der Stadt. Ur sprüngli ch hatte der Orden hier nur eine sog. MissionsNiederlassung,
die aber schon nach vier Jahren zu einer Resi denz erhoben
wur de. Die erste Woh nung der Patres war das sog. Rambschwag'sche
Haus, da mals dem Zachar ias von Furtenbach gehörig,
jedenfalls das heutige Blum'sche Haus am Kirc hpla tz. 1658 erfolgte
der Anka uf des Erzher zogli chen Huebhau fes , des heut igen BezirksHauptmannschafts-Gebäudes,
durch den Orden; 1662 fand die Übersiedlung
in diese s inzwischen hergeri cht ete Haus st att. Gl eich schon
bei der er sten Ankunft da hier wurden den Ordensmitgliedern seelsorgliche
Arbeiten an der Pfarrkirche übertragen; sie übernahmen die Abhaltung
der Katechesen, die Ausübung des Predigtamtes und aller
pries terlic hen Funktionen und erfreu ten sich bald all gemeiner Bel iebtheit.
1680 wurde die Resi denz, die im Lauf der Jahre noch wei ter
ausgeb aut worden, zu einem Kolleg erhoben. Die Zahl der Feldkircher
Jesui ten in der Zeit von 1663 -80 belief sich in den einzelnen Jahren
auf 11 oder 12 Mitglieder; es waren in der Regel 9.oder 10
P atres und zwei Laienbrüder; von den Patres lehrte einer Moral
Theologie, ein zwei ter Philoso ph ie, 5 oder 6 erteilten den Gymnasial- 5