666. Mtarausstattung der alten Pfarrkirche.
Unterricht in den 6 Klasse n; so weit es die Zeit den einz elnen Professoren
erlaubte, betätigten sie sich auch in der Seelsorge, und seit 1666
war ein Pater ausschließlich als „Oper arius" für die seelsorgliche Tätigkeit
bestimmt. Die Beziehungen der Jesuiten zum Pfarrklerus und
den in Feldkir ch weile nden Or de nsfamilien der Kapuziner und Benedi ktiner
des Priorates St. Johan n da hier waren die denkbar gü nstigste n.
Im Lauf der Zeit stellte sich die Notwendigkeit einer endgülti gen
Regelung der Kirchenangelegenheit herau s. Die Mitbenützung der
Pfa rrki rche für die priesterlichen Funktionen und die got tes di enstlichen
Handlungen waren bish er den Patre s auf Grund mündlichen Ue bereink
ommens zugestanden gewesen; es waren ihnen in derselben zwei
Altäre, der Kreuzaltar oder Rosari-Altar und der St. Ann a-Al tar,
sowie auch eine Anza hl Beichtstühle zur Verfügung gestellt. Ur sprünglich
hatte unzweifelhaft die Absicht bes tanden, in der Stadt eine eige ne
Jesuitenkirche zu erbauen. Nun aber be fand sich unmittelbar an die
Pfar rki rche ans toßend das Kolleg, und in nächster Nähe auch das
Sch ulge bäude des Gymnasiums und des Lyceum s (das die Mi tte lstufe
zwisc hen Gymn asium und Universität darstellte). Dieses Schulgebäude
stieß an das vorhi n erwähnt e Ram bsch wag' sche Haus an; es hieß ursprünglich
S. Cornely -Haus und gehörte dem Bischof von Chur; von
diese m wurde es durch den Magistrat gegen Umtausch mit einem anderen
gleichwertigen Hause erw orben, niedergerissen, und an seiner
Stelle entst and der neue Gymnasialbau, der 1650 fertiggestellt wurde ,
(a. a. O., I., S. 52 f). Als dies Gebäude bei dem großen Bra nde
von 1697 eingeäschert wurde, ward es am selben Orte und in demse lben
Umfan ge, jedoch mit entsp rech ender er Einrichtung, wie der aufgebaut.
(III., S. 184). Den ehemaligen Platz di eses Hauses, das noch
bis 1898 bes tand und die alte Volks-Schule beherber gte, nimmt heute
das Postgebäude ein.
Sonach waren die Umstände derart, daß die Erbauung einer
eig enen Ordenskirche nur in möglichst geringer Entfernung von di esen
Gebäu den in Betr acht komme n konnte. Die Stadtväter aber hegten
die Befür chtun g, eine in der Nähe erbaute Jesuitenki r che würde nur
die Pfarrkirche entleeren, und so kau fte der Magistrat 1673 zu allgemeine
r Überraschung den ganzen freien Platz in der Nähe der Resi denz
und des Gymnasiums, die heutige Herrengasse, und ließ daselbst in
fortlaufender Rei henfolge neue Häuser für die Weltgeistlichen aufbaue
n; damit war auch dem Übelstande abgeholfen, daß die Pfarrgeist
lichen üb erall zerstreut in der Stadt wohn en mußten. Je mehr
man aber von feiten der Stadt den Bau einer eig enen Jesuitenki r che
hintanzuhalten ges ucht, umso mehr war man jetzt darauf bedacht, den
Wüns chen der Patres hin sic htlich der Pfa rrki rche nach Mög lichkeit Rechnung
zu trage n. Was hierin der lö bliche Magist rat tat und in welcher
Weise er den Jesuiten die Mitbenützung der Kirche erleichterte, davon
wird weiter unten die Rede sein. Das en dgültige Über ei nkommen hinsichtlich
des Verhältnisses der Patre s zur Pfarrkirche kam am 12. Juli