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Full text : Die Stadt-Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus in Feldkirch einst und jetzt

der Mitbenützung derselben durch die Pa tres Jes uiten. 71

ging; vielleicht aber auch erst zur Zeit, da die Stadtmauern aufgelassen
 und die Stadtgräben ausgefüllt und eingeebnet wurde n: Ende
der 1820 er Jahre. (W.-Merkle II., S. 167 f.) 1

Noch weiter ging das Wohlwollen der Stadtväter gegen die
ver dienstvoll wirkenden Patr es, als sie 1676 in Er ledigung einer Bittsc
 hrift, die der da malige Superior P. Sigmun d Lanser an Stadtammann
 und Rat richtete, nicht nur die erbetene Erlaubni s zum Bau
eines eigenen Chores oberhalb des Musikchores erteilten,
 sondern überdies auf eige ne Kosten diese Anl age ausführen
ließen. Es dürf te von Interesse sein, die Gründe, die den Vorstand der
Ordensniederlassung zu dies em Bittgesuch bewogen , zu hö ren: in dem
erwähnten Schreiben vom 1. Juli 1676 heißt es u. a.: ,,.... wir
seint nit allein der so tröstlichen und bei allen Religiosen so gewö hnli
 chen Andacht gegen höchsterwehnten hl. Sacrament, auch aller guten
Gelegenheit, Meß, Ambt, Predi g und Vesper zu hören zu missen,
sondern sogar den gewöhnlichen Receß nach der hl. Meß, insonderheit
an Sonn- und Feyrta g bei mehrern Anlauf des Volks mit ten unter
dem We iber und Ki nder fchwall in der Vorkirch bei den Bei cht stielen
mit gro ßer unser Beschwerung zu mach en gezwungen worden"; es möge
also die Erl aubnis zur Er bauung des Cho res ertei lt werd en „zu nothwendiger
 Pflegung unserm geistlichen Stand und Institut ge mäßen
Uebung en, zu welchem wir den stündlichen Zutrit t bei Tag und Nacht
auf dem driten Curritori o unserer Residenz durch einen Gang haben
sollen ". (Ludewig II., S. 150 f.).

Die nun auf ihren Wunsch erbaute Emporbühne erstreckte sich
oberhalb des Musikchores die ganze Breitseite der Kirche entl ang
(L. a. a. O., S. 151, 1). Wegen der in der Mitte aufra genden Orgel
war der Gang an dieser Stelle jede nfalls en ger; darum heißt es im
Antw or ts chreiben des Stadtrates an den Rektor (L. ebd.): „Orato ­
rium zue beiden Seiten oberhalb neben der Orgel ".

Ein neu angelegter Gang verband das Oratorium mit dem dritten
 Stock der Residenz, wie auf bent Plan a. a. O. II., S. 142 zu
sehen, auf welc hem auch die Vorhalle mit dem Eing ang in die Kirche
sichtbar ist; über ihm ist eine Kreuzigungsgruppe angebracht, und darüber
 sehen wir den durch ein Fe nster belichteten Zuga ng zur Emporbühn
 e. -

Im darauffolgenden Jahr 1677 ließ der Magis trat, ebenfall s
auf eigene Kosten, die auf dem eben erw ähnten Plan sich tbaren
Rundfenster an der Westfassade der Kirc he anbringen. — Auf
ihrem Betchore err ichteten die Jesuiten einen Altar mit dem Bilde
des hl. Ordensstifters Jgnatius . 1678 wurde der Zug ang des Cho res
in eine Kapell e zu Ehren der Lauretanischen Jungfrau verwandelt;
 es ges chah dies aus D ankbar keit dafür, daß auf ihre Fürbitt e
zahlreiche und nicht unbedenklic he Erkrank ungen von Ordensmitgliedern
alle einen guten Ausgang genommen hatten, was dem Schutze der
Mut ter Gottes von Rankweil zugeschrieben wurde .
            
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