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Full text : Die Stadt-Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus in Feldkirch einst und jetzt

9. Ges amtbild des Kircheninnern in der Zeit vor der le tzten Restau rierung. 85

des, üb ertra gen. Nachdem diese Kap elle 1876 aufgelassen und ersekriert
 wor den, er scheint die Statue eini ge Jahre sp äter, seit 1879, in
der St. Johanneskirche, wo sie den untersten Seitenaltar links heute
noch zier t. (Rapp I., S. 206 und 177). Sie wurde und wird auch
jetzt noch vom Volke viel verehrt. In der Pfarrkirche umgab ein
eis erner Kerzenständer, auf dem immer und immer wie der Lich ter
brannten, das schöne zur Andacht stimme nde Bild. An der nächstfolgen
 den Säule lehnte die St atue der hl. Jun gfrau und Martyrin
Agat ha, der Patronin gegen Feuersgefahr, und an der dritt en jene
 des hl. Pestpatrons St. Sebastian. Die letz teren zwei Statuen
 zieren jetzt die beide n Seitenaltar-Mensen in der U.-L.-Frauen-Ki
 rche; mit dieser Kirche steht die Verehrung der genannten Heilige n
in besonderer Beziehung, da sie eine Votiv-Kapelle ist, von Stadtammann
 und Rat von Feldkirch zur Pestzeit ge lobt und 1473 erbaut.
 — Diese drei erwähnten St atuen stammen offenkundig von der
Hand eines und desselben Meisters; dessen Name ist leider nicht bekann
 t; er dürfte jedoch in der ersten Hälft e des 17. Jahrhunder ts gewirkt
 haben. Von ihm rühren noch, den gemeinsamen Kennzeichen
nach zu schließe n, verschiedene and ere Bildwerke im Lande her, darunter
 auch die einst in einer der Kirchen der Stadt aufg estel lt gewe sene
St atue des hl. Johannes des Evangelisten, gegenwärtig in neuer Fassung
 im Pfarrhofe zu seh en; weiters u. a. auch die Standbil d er von
St. Martin und Elis abeth auf dem Hoc haltar der Magdalenenkirche-Levis,
 Stat uen in der Kirche in Damül s und anderwärts. Vielleicht
haben wir den Me ister all dieser Werke in dem Bildhauer Christo ph
Huber von Dornbirn, der um jene Zeit lebte, zu suchen. (Vgl. I.
Erabherr in Veröfftl. V. Chr. K. u. Wiss. H. IX. [191 9] S. 42,
ebd. S. 31, wobei jedoch die dortige Stilbezeichnung als unzutreffend
zu kor rigieren ist. Vgl. ferne r Mi tteilung en Z.-Komm. 1879, S. 152).
Die Statuen von St. Sebastian und Agatha befanden sich in der
Pfarrkirche früher an anderer Stelle: St. Agatha im Priesterchor
an der Säule links nächst der Sakristei: während der Frühmesse wurde
davor täglich eine Kerze gebr annt: „dises ist von den alten ge stifft
und verlob t worden wegen villen außgestandenen brunsten" (Urb ar
„Beschr.", S. 16; Pr ugger S. 60.); St. Sebastian stand einst an
der Wand beim Elo cken haus; auch hier brannte bei allen Eot tes diensten

 „zur Abwendung der laidigen Suc ht" (Urb. „Bescht." S. 28),
besonders währ end des täglichen Psalters nach der Frühmesse, eine
Kerze; um dies Kerzenbrennen zu ermöglichen, ging der Mesner am
Abend vor St. Sebastianstag, 20. Jänner, von Haus zu Haus „ein
steur zu samblen damit die Kerzen möge gebrändt und er halten werden";
 auch mußte der Mesne r an die sem Tage zwei Sammel-Tischchen
vor die Kir chtüre stellen (eben da) und unter dem Spätamte mußte der
Ratsd iener „mit dem säkhele zue samblen" gehen (Jahrztb. S. 613).

Zeitweilig befand sich an der drit ten Säule ein Standbild der
hl. Ottilia (Urb. „Beschr." S. 276). An der vier ten Säule stand stand
            
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