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Die edle Standhaftigkeit der Bregenzer blieb nicht unbe
lohn t. Zum Danke dafür erwe iterten ihre Her ren die Rechte der
Stadt in viele n Stücken und gewährten ihr bedeutende Steuer-
machläsfe.
Das Leben im Mittelalter.
Bis gegen Ende des Mittelalters gab es in unserem Lande
keine Vol ksschu len. Lesen und Schreiben waren des halb seltene Künste,
die nur von wen igen versta nden wurden . Die gemeinen Leute,
ja mitun ter se lbst Grafe n und Ri tter waren damit nicht vertraut.
Wer etwas lernen so llte mußte in die Klosterschulen (St. Gal len,
Reichenau) geschickt we rden. Dennoch fand en sich aber einzelne
Männe r, die eine hervorragende Liebe zur geistigen Bildung be
kundeten. Das beweist der Umstand, daß zwei Handschriften
des berühmten Nibelungenliedes im Schlöffe zu Hohenems auf
gefunden wurden. Rudolf von Ems (ch um 1254) und Hugo
von Montfort, der Minnesänger zubenannt (1357—1423), er
warbe n sich sei nen Namen als Dichter.
Die Baukun st betätigte sich namentlich in der Erstellung
fester und sicherer Burg en. Aus dem Mittelalter stammt auch
die Pfarrkirche zu Feldkirch, eine der schönsten im Lande (voll
endet im Jahre 1478) .
Das Bedür fnis nach allg emein er Bildung war damals frei
lich noch ger ing, denn die Lebensführung erforderte nicht den Auf
wand wie heutzutage. Die Bevölker ung, auch die in den Städten,
suchte ihren Erwerb und Unterhalt fast ausschließlich in der Vieh
zu cht. Im Sommer wurden die Herden wie jetzt auf die Alpen
getri ebem Die Nahrung war einfach, und die Kleidung verfertigte
man in jedem Hause selbst . Eigeus hervorgehoben zu werde n
verdient noch der Bergbau, der gegen Ende des Mitte lalte rs und
zu Beginn der Neuzeit besonders im Silbertale'), im Klostertale
und in deren Umgebung blühte.
Handel und Verke hr konnten sich nicht lebhafter entwickeln,
da es einerseits an hin reichend em Abfatz, andrerseits an guten
Stra ßen fehl te. Ueber de nfLlrlbe rg füh rte nur ein ge fährlich er
Saumwegd); aber auch die Straßen im III- und Rheintale waren
in schlechtem Zustande und nur wenig befahren.
') Sage von der Erbauung des Kirchleins auf dein Christberge .
2) Bei dem wei ten Weg ilber di esen Paß fanden zur rauhe n
Wintersze it nicht selten Wan derer den Tod, indem sie ermat tet lie gen
blieben oder von herabstürzenden Lawinen verschüttet wurde n. Das ging
einem edlen Jünglinge, Heinrich Findelkind mit Name n, tief zu
Her zen. Um Hilfe zu schaffen, gründete er auf der Höhe des Arlb ergs
gegen Ende des 14. Jahrhunderts ein Unterkunftshaus, das den gefährdeten