18
kaiserlichen Heer es, dess en Stärke dadurc h auf 16.000 Mann anwuchs.
Zur leichter en Verteidigung waren auf dem Gebirgsrücken, der sich von
Feldkirch nach Süden hinzieht, ausg ede hnte Schanzen angelegt worden.
Man beabsichtigte, dadurch^ die Straße, die damals von Feldkirch über die
Letze nach dem hin teren Walg au füh rte, zu schütze n.
Am 20. April kam es bei Frastanz zur Schl acht. Die Oeste rreicher
hatten auf dem Gebirgsrücken zur Bewachung kleine re P osten aufgestellt,
die Eidgenossen aber erstiegen Ui zwei Abteilungen den Berg von rück
wärts und vertrieben diese?) Dann ve r einigten sie sich wieder, umgingen
die Hauptschanze und sc hritten zum Angriff e J^eg en das österr eich ische
Heer. Es entspann sich ein hitzig er Kampf. Die Unserigen waren zum
Teile mit Feuerwa f fen aus gerüste t, sie gereichten ihnen aber wegen ihrer
Mangelhaftigkeit mehr zum Nachteil. Die Schwei zer foc hten Mit Streit
äxten, Morgens t ernen und Hellebarden, mit denen sie im Hand geme nge
viele tätl iche Schl äge führen konnten, bis die Gegn er nur ein mal zum
Schusse kamen.
Eine Ze itlang widersetzten sich die Kaiserlichen muti g. Allen voran
glän zte durch Tapferkeit Leonhard Nenn von Nen zing, der Hauptmann
der Walgaue r; er starb den Heldentod. Dann aber begannen die Glieder
sich aufzu l ösen, und es entstand eine re gellose Fluc ht. Hiebei wurden viele
von den nachstürmenden Feinden erschlagen. Da die einzige Br ücke, die
über die III führte, den Strom der Fliehenden nicht aufzunehmen ver
mochte, wurden hunderte in den reißen den Fluß gedr ängt und ertranken.
Um den Uebergang zu schützen, stellte sich ein Walser, namens Bertsch,
mit seinen sieben Sö hnen nochnmls den Eidgenossen gegenüber. Sie op ferten
ihr Leben für die übrigen und leiste ten Widerstand, bis der letzte hinsank.
Die Verluste der Oesterreicher waren schrec kl ich; 3000 Mann waren
den Waffen der Schwei zer erlegen, ungef ähr 1300 fanden in den Wellen
den Tod. Die Feinde verloren 800 Mann. Später wurde auf dem Schacht
felde eine Kapelle erbau t, die dem And enken der Gefallenen geweiht ist.
Nach der Schlacht plünderten die Eidgenossen die uml iegen den Orte
aus, überdies mu ßten ihnen die Walgauer, damit sie von weitere m Unheil
verschont bli eben, 8000 Gulden (nach heutigem Kaufwerte ungefähr
140.0 00 Kronen) Brands chatz ung zahlen.
Am 22. September 1499 wurde e ndlich di eser unglückliche
Krieg durch den Frieden von Basel beendigt. In ihm muß ten
die Eidgenossen alle ihre Eroberungen zurü ckgeben , dafür aber be
haupteten sie die Unabhängigkeit vom deutschen Rei che. Nur un
gern fügten sie sich di esen Bestimmun gen .
Die stänbisdjc Verf assun g.
Im Jahre 1391 schlossen die Bewohner der Herrschaften
Bludenz-Montafon und Feldkirch (samt dem Brcgenzerwalde)
ein Bünd nis, indem sie sich bei einem Eide versprachen, einander
in jeder Not und Gef ahr gegen jedermann, das Haus Habsbur g
ausgenommen, getreulich beizustehen. Dieser Bund verlor zwar
während der Vorgänge im Appenzellerkriege von se lbst seine Be
deutung, sp äter aber lebte er wi eder auf und erhielt eine festere
Grundlage. Als nämlich die Habsburger nach und nach ver-
*) Sage vom Verr äter Uli Ma riß.