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Full text: Grundzüge der Geschichte Vorarlbergs

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kaiserlichen Heer es, dess en Stärke dadurc h auf 16.000 Mann anwuchs. 
Zur leichter en Verteidigung waren auf dem Gebirgsrücken, der sich von 
Feldkirch nach Süden hinzieht, ausg ede hnte Schanzen angelegt worden. 
Man beabsichtigte, dadurch^ die Straße, die damals von Feldkirch über die 
Letze nach dem hin teren Walg au füh rte, zu schütze n. 
Am 20. April kam es bei Frastanz zur Schl acht. Die Oeste rreicher 
hatten auf dem Gebirgsrücken zur Bewachung kleine re P osten aufgestellt, 
die Eidgenossen aber erstiegen Ui zwei Abteilungen den Berg von rück­ 
wärts und vertrieben diese?) Dann ve r einigten sie sich wieder, umgingen 
die Hauptschanze und sc hritten zum Angriff e J^eg en das österr eich ische 
Heer. Es entspann sich ein hitzig er Kampf. Die Unserigen waren zum 
Teile mit Feuerwa f fen aus gerüste t, sie gereichten ihnen aber wegen ihrer 
Mangelhaftigkeit mehr zum Nachteil. Die Schwei zer foc hten Mit Streit­ 
äxten, Morgens t ernen und Hellebarden, mit denen sie im Hand geme nge 
viele tätl iche Schl äge führen konnten, bis die Gegn er nur ein mal zum 
Schusse kamen. 
Eine Ze itlang widersetzten sich die Kaiserlichen muti g. Allen voran 
glän zte durch Tapferkeit Leonhard Nenn von Nen zing, der Hauptmann 
der Walgaue r; er starb den Heldentod. Dann aber begannen die Glieder 
sich aufzu l ösen, und es entstand eine re gellose Fluc ht. Hiebei wurden viele 
von den nachstürmenden Feinden erschlagen. Da die einzige Br ücke, die 
über die III führte, den Strom der Fliehenden nicht aufzunehmen ver­ 
mochte, wurden hunderte in den reißen den Fluß gedr ängt und ertranken. 
Um den Uebergang zu schützen, stellte sich ein Walser, namens Bertsch, 
mit seinen sieben Sö hnen nochnmls den Eidgenossen gegenüber. Sie op ferten 
ihr Leben für die übrigen und leiste ten Widerstand, bis der letzte hinsank. 
Die Verluste der Oesterreicher waren schrec kl ich; 3000 Mann waren 
den Waffen der Schwei zer erlegen, ungef ähr 1300 fanden in den Wellen 
den Tod. Die Feinde verloren 800 Mann. Später wurde auf dem Schacht­ 
felde eine Kapelle erbau t, die dem And enken der Gefallenen geweiht ist. 
Nach der Schlacht plünderten die Eidgenossen die uml iegen den Orte 
aus, überdies mu ßten ihnen die Walgauer, damit sie von weitere m Unheil 
verschont bli eben, 8000 Gulden (nach heutigem Kaufwerte ungefähr 
140.0 00 Kronen) Brands chatz ung zahlen. 
Am 22. September 1499 wurde e ndlich di eser unglückliche 
Krieg durch den Frieden von Basel beendigt. In ihm muß ten 
die Eidgenossen alle ihre Eroberungen zurü ckgeben , dafür aber be­ 
haupteten sie die Unabhängigkeit vom deutschen Rei che. Nur un­ 
gern fügten sie sich di esen Bestimmun gen . 
Die stänbisdjc Verf assun g. 
Im Jahre 1391 schlossen die Bewohner der Herrschaften 
Bludenz-Montafon und Feldkirch (samt dem Brcgenzerwalde) 
ein Bünd nis, indem sie sich bei einem Eide versprachen, einander 
in jeder Not und Gef ahr gegen jedermann, das Haus Habsbur g 
ausgenommen, getreulich beizustehen. Dieser Bund verlor zwar 
während der Vorgänge im Appenzellerkriege von se lbst seine Be­ 
deutung, sp äter aber lebte er wi eder auf und erhielt eine festere 
Grundlage. Als nämlich die Habsburger nach und nach ver- 
*) Sage vom Verr äter Uli Ma riß.
	        
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