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bef ahren. Der Verkehr über den Arlberg kam erst im 17. Jahr
hundert mehr in Aufschwung. Unter der Regierung Josefs II.
begann mau mit dem Baue einer neuen Straße über diesen Paß'
vollendet wurde sie im Jahre 1824. — Die wich tigste n Verkehrs
geg enständ e waren Ge treide, Salz und Wein. Getreide bezog man
aus Schwaben, das Salz aus Tirol, Wein') vom Südabhange
der ^ll pen (Vel tlilier) .
In den Städ ten hatt en sich allmählich die Lebe nsbedü rfn isse
vermehrt; auf dem Lande aber herrschte noch die alte Einfachheit.
Die Bauern nährten sich fast ausschließlich von Milcherzeugnisfen
und Pflanzenkost und bereiteten sich ihre Kleidung größtenteils selbst .
Da Barge ld selten war, bestritten sie ihre unvermeidlichen Aus
lagen vielfach mit Waren, die ihnen Feld und Stall lieferten.
Die Wälder waren zu di eser Zeit viel dich ter als heute.
In ihnen hausten noch im 17. Jahrhundert eine Menge gefähr
licher Raubtiere. Luc hse und Wölfe kamen zahlreich vor und
selbs t Bären waren nicht selt en.
Die Kriegsahre 1799 und 1800.
Im Jahre 1789 mar die französische Rev olution aus
gebrochen, die nicht nur in Frankreich eine vollständig e Umwälzung
hervorbrachte, son dern auch gauz Eur opa in verderbenbringende
Kriege verwickelte. Die Franzosen erlaubten sich nämlich in and eren
Ländern die ung erechtesten Uebergriffe. Zu einem solchen Kriege
kam es auch in den Jahren 17 99—1801, worin Oester reich im
Verei n mit den bede utendste n Mächt en Euro pas gegen Fran kr eichs
Ueber mut kämpf te; man nennt ihn den zweiten Koalitionskrieg^).
Ein Teil der Ereigniffe spielte sich hie bei in unserem Lande ab,
Im Jahre 1798 mischten sich die Franzose n in die Angelegen
heiten her Sc hweiz ein und änderten dort die Verhältnisse nach
ihrem Will en. Dadurch kamen sie in unsere Nähe. Da die Stände
die Gefah r erkannten, ordneten sie die Befestigung der Plätz e
*) Obwohl damals im Lande selbst mehr Wein gebau t wurde als
gegenw ar hg, deck te der einheimische Er trag den Bedarf nicht .
2) Der erste Koalitionskrreg, an dem Oesterreich ebenfalls eifrig
bete iligt war, da uerte von 1792 — 1797. Im Aug ust 1796 fie len die
Franzosen in Vorarlberg ein. Während des Somm ers gab es un unteren
Teile des Landes wiede rholt ernste Gefechte, bei denen sich besonders
der Landamman von Montafon, Joha nn Josef Batlogg, ein durch
Begabung, Gerechtigkeitssinn und Va terla ndslieb e hervorragender Ma rrn,
auszeichnete. Am 21. September mu ßten die Feinde abziehen.. — Der
erste Ko alitio nskrie g fand seinen Abschluß durch den Frieden von Campo
Formio (in Ital ien, we stlich von Görz). In ihm mußte Oesterreich
Belgien und die Lombardei abtreten, erhielt aber dafür Venetien, Istrien
und Dalmatien.