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Full text: Kleine Landeskunde von Vorarlberg

Die Bedeutung von Bregenz, das, an der schönsten Bucht des Bode n­ 
sees gelegen, sich einer wundervol len Umgebu ng erfreut, beruht auf feiner 
Lage. Erst seit einem halben Jahrhundert ist durch Sprengung en nördlich 
von der Sta dt, wo an der „Kl ause" die Abhänge des Pfänd ers steil zum 
See abstürzten, der Klauspa ss verschwunden, welcher den Eingang zum Lande 
von Norden her zu schützen best immt war und der im Vereine mit dem be­ 
festigten Schl ossber ge (nun Gebhardsberg genannt) das mittelalterlich e Bregenz 
(d essen wic htigst er Theil die obere Stadt war) zum Bollwe rk des Landes im 
Norden machte. Heutzutage liegt die Bedeutung der Stadt in ihrer Handels­ 
thätigkeit, welche durch den Bau der Arlbergbahn außerordentlich gewonnen 
hat. Bregen z bildet den eig entlichen Endpunkt der Arlbergbahn, welch e einer­ 
seits von hier aus über Lindau mit den Bahnen des deutschen Reiche s in 
Verbindung steh t, an derseits in Bregenz selb st an die sehr bedeutende Bode n­ 
see-Dampfschiffahrt anschlieht, zu welchem Zwecke in den letzten Jah ren große 
Hafenbauten aus geführt wurden. Mit der Entw ic klung des Handelslebens 
geht auch Hand in Hand die der industriellen Thät igkeit der Stadt imb 
ihrer nächsten Umgebung, was in der letzte n Zeit wied er zahlreiche Neu­ 
ba uten erforderte. — Die günstige Verkehrslage und die Schönh eit der 
landschaftlichen Umgebu ng sind auch Ursache eines starken Fremden besuches. 
Bregenz ist der Sitz des Landt ages, des k. k. Landesschul- 
rathes und der Bezirksbehörden; hier befindet sich auch die einzige 
Bürgerschule Vorarlbergs. Sü dlich von der jetzigen Stadt lag auf 
einer Vor stufe des Pfänderstockes das römische Bregenz, Brig an­ 
tium; diese Fläche heißt heute der Ölrain; über d emselben erhebt 
sich der Gebhardsberg, so gen annt nach dem hl. Gebhard, welcher 
im 10.' Jahrhundert in dem damals bestehenden Schlosse gebor en 
wurd e. 
In nächster Nähe der Ölr ains liegt beim Dorfe Ried en das 
Klo ster Riedenburg (ehemal s eine Bur g), mit einem Töchter­ 
institut, unfern die Privat-Handelsschule in Lieben st ein und in der 
Ebene am See das alte Kloster Mehr er au *), jetzt von Cister- 
ziensern bewohnt, welche eine Privatlehr- und Erziehungsanstalt für 
Knaben (Unter-Gymnasium und Fortbildungsschule) halten. Jenseits 
der Br egenzer ache, nahe an deren Mündung, finden wir das große 
G. V. Seite 30: „Die Niede rlage des „Bundes ob dem See" bei Bregenz." 
G. V. „ 31: „Die Seekapelle in Bregenz." 
G. V. „ 50: „Die Eroberung von Bregenz durch die Schweden." 
G. V. „ 54: „Die Franzosen vor Bre genz." 
G. V. „ 66: „Anno Neun ". 
*) G. V. Seite 14: „Die Gründung des Klos ters Mehrerau."
	        
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