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Full text: Wer will die Spaltung? Offene Briefe an Herrn Johannes Thurnher, Vorarlbergischer Landtags- und Reichsraths-Abgeordneter

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Und ich stelle mich daher hiemit unter den Schutz des hochwürdigen 
Kl erus von Vorarlberg/welcher das „Voltsblatt" gegründet hat und mit 
so vielen Opfe rn seit Jahr en erhält. Man mag mein öffentliches 
Wirken in Vorarlberg der Kritik unte rziehe n; aber durch zweideutige 
Veröffentlichungen meine Priva t eh re anzugreifen, dazu ist vor Gott und 
der Welt Niem and berechtigt; ich s telle lediglich die persö nlich e Frage — 
und nicht die abgethane Frage des Redaktionswcchsels — in den Vorder ­ 
grund : die ange blic hen „ Gründe pri vater Na tur". Sind diese lben „privat", 
dann gehör en sie auch nicht andeutungsweise in ein öffentliches Eingesendet; 
sind sie aber öffentlich, bann spreche man offen, klar und deutlich, wie es 
sich unter ehrlichen Me nschen und guten Christen geziemt. Mit derlei zwei­ 
deuti gen Zusch rifte n an die Redaktion des „Volks'blatt" aber ist der guten 
Sache gar nicht gedient, wird nur gegen mei nen Wil len ein unnützer, von 
mir nicht pro vozirte r Streit an die Oeffentlichkeit gez ogen. 
Ich habe die O ef fentlichkei t nicht zu scheuen, aber ich will den Schade n 
vermeiden, wel cher der guten Sache IN Vorarlberg geschehen kön nte, wenn 
ich mit einer öffentlichen Darlegung des Sachverhaltes auftreten würde. 
Ich ziehe es vor, mich an Euer Hoch würden und an alle geistlichen Herren 
in Vorarlberg persönlic h zu wenden; ich bitte Euer Hochwür den pe rsönlich, 
zu veranlassen, dap im I nteresse der guten Sache durch die Genugthuung 
für die erfahrene Ehrenkränkung eines kath olischen Redakteurs in einem 
kath olischen Blatte die Angelegenheit ein für allemal beendigt und eine ab­ 
gethane Sache nicht mehr aufger uhrt wird. 
Hier, also privat im gegenübe r Euer Hochwürden, kann ich wohl hin­ 
zufüge n, daß die wirklichen Grü nde „privater Natur" für Nlich in der That 
nicht ehrenkrünkend sind; so ist einer der Grü nde „p rivater Natur", daß 
ich angeblich von keiner festen Gesundheir sei! Derlei an sich harmlose 
Gründe kann aber der unbefangene Leser jener Zuschrift 1)0111 6. April aus 
derselben nicht errathe n. Uebri gens ist meine Gesundheit für die eifrige, 
regelmäßige Arbei t vollkommen gut genug; und ich habe thatsächlich keinen 
Tag redaktioneller Arbeit hier wegen Krankheit versäumt. Aber nach eilf 
Jahren rastloser Thätigkeit und des Opfers der Existenz und mein es Ver­ 
mögens im Di enste der guten Sac he, nach zwei Verurtheilungen als ka tho­ 
lischer R edakteur zu drei und vier Monaten Gefängniß, nach drei Jahren 
Verbannung und zwei Mon aten stren ger Haft, nach all den Bekümm erinßen 
und Sorg en mein es Pr ivatleb ens, namentlich aber nach der Beh andlung , 
we lche ich in den letzt en Wochen von einigen „maßgebenden Persönlich­ 
keiten" hier erfu hr, wäre es kein Wunder, wenn meine Gesundheit ange­ 
griffen wäre. Und wenn man dieß weiß, so forderte es um so mehr die 
Christenpflicht, darauf Rücksicht zu nehmen; denn ich wäre nicht der Erste, 
der an gebro chenem Herzen gestorben ist. So lange es aber schlügt , wird 
es, ohne Rücksicht auf den Dank oder Undank der Menschen der Sache 
Go ttes gewi dmet sein, in diese r oder in jener Stellung. —- 
Nachd em der Ant rag opferbereiter Gesinnungsgenossen von Dorn birn, Dorn birn,
	        
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