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Full text: Wer will die Spaltung? Offene Briefe an Herrn Johannes Thurnher, Vorarlbergischer Landtags- und Reichsraths-Abgeordneter

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Urtheile vom mora l theol ogischen Standpunkt über die hier angeregte 
Gewissensfrage lasse icf) bei Seite ; ich bin nicht berufen, zu wieder­ 
holen, was erfahrene und seeleneifrige Priester darüber geäußert haben, 
wie eine solche Verw eigeru ng der Restitntion im Beichtstuhl zu be­ 
urtheilen wäre. Wir haben es hier nur mit öffentlichen Angelegen­ 
heiten zu thun, — aber Ihr Rundschreiben au die Geistlichkeit 
Vorarlbergs ist doch eilte sol che, und ich bri nge es daher zum Ab­ 
dru ck, — allerdings mit Anme rkunge n, wel che für die Beur theilung 
desselben nicht ganz ohne Werth sein mögen. Ihr Rundschreiben, 
das Sie so loyal waren mir selbst mitzutheilen, lautet: 
Wien, am 20. April 1880. 
Euer Hochwürden! 
Durch die Güte eines geistlichen Herrn vom Ober lande erh ielt ich die 
erste Kenntnißnahme von einem Rundschreiben, das der Ex-Redakteur unseres 
Vorarlb. Volksblattes Hr. Baron v. Manndorff d. d. Bregenz, 13. April 
1880 an die hochwürdigen Seelsor ger Vorarlbergs versendete und mit 
welchem dersel be im Wesentlichen zweierlei Zwecke verfolgt: 
Erstlich eine dir ekte Ei nfluß nahme der geistlichen Herre n auf Herrn 
Joha nn Kohler, Landtagsabgeordneter in Schwarzach um Ab gabe einer Er­ 
gän zung zu sein er Erklär ung vom 6. April d. Js. im Volksblatt, daß unter 
den angedeut eten „G ründen privat er Natur " in Sachen des Redaktions­ 
wechsel s Seiten s des Zeitungs-Komitos keine solchen gewesen se ien, we lche 
das Priv atlebe n und die Privatehre berühren, und zweitens die Mitth e ilung 
von der in Aussicht genommenen „Gründung eines Lokalblattes für Dornbi rn 
und Umgebung." 
Ich habe keine Vcraniassung mich über das Ansinnen des Hr. Baron 
v. Manndorff in erster Richtung des Weitern auszusprechen, da ich in Folge 
Theilnahme am Retchsrathe nicht Gelegenheit hatte in der Sitzung des 
Ze itungs-Ko mitös gegenwärtig zu sein, in welche r der Beschluß gefaß t wurde, 
den provisorisch angestellten Herrn Baron ö. Man ndorff als Re dakteur zu 
entfallenund fer ner, weil ich glaub e, daß eine Richtigstellung der Mannd orff- 
schen Auseinandersetzungen IN dem gen annten Rundschreiben Sache des 
Zeitun gs-Ko mi tös oder des Obm annes ist, wenn eine solche überhaupt für 
nöthig oder zw eckmäßig er achtet wird, obwohl ich die Mei nung habe, daß die 
Beschwerden Manndorffs manch: Aufklärungen Leitens des Ze it ungs-Komit ö 
benöthigen würden, wenn dieselben von allen jenen Herre n richti g be urtheilt 
werd en wo llten, welc he von Manndorff um ihre Ein flußnah me angegangen 
wur den. 
Ob ein so weit ausgreifender Vor gang verlangt wird, weiß ich nicht; 
ich möchte aber die Zweckmäßigkeit desselben aus ver schie denen Gründen, 
unter anderm aber auch aus dem Gru nde be zweifeln, weil wir in Konsequenz 
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