17
Urtheile vom mora l theol ogischen Standpunkt über die hier angeregte
Gewissensfrage lasse icf) bei Seite ; ich bin nicht berufen, zu wieder
holen, was erfahrene und seeleneifrige Priester darüber geäußert haben,
wie eine solche Verw eigeru ng der Restitntion im Beichtstuhl zu be
urtheilen wäre. Wir haben es hier nur mit öffentlichen Angelegen
heiten zu thun, — aber Ihr Rundschreiben au die Geistlichkeit
Vorarlbergs ist doch eilte sol che, und ich bri nge es daher zum Ab
dru ck, — allerdings mit Anme rkunge n, wel che für die Beur theilung
desselben nicht ganz ohne Werth sein mögen. Ihr Rundschreiben,
das Sie so loyal waren mir selbst mitzutheilen, lautet:
Wien, am 20. April 1880.
Euer Hochwürden!
Durch die Güte eines geistlichen Herrn vom Ober lande erh ielt ich die
erste Kenntnißnahme von einem Rundschreiben, das der Ex-Redakteur unseres
Vorarlb. Volksblattes Hr. Baron v. Manndorff d. d. Bregenz, 13. April
1880 an die hochwürdigen Seelsor ger Vorarlbergs versendete und mit
welchem dersel be im Wesentlichen zweierlei Zwecke verfolgt:
Erstlich eine dir ekte Ei nfluß nahme der geistlichen Herre n auf Herrn
Joha nn Kohler, Landtagsabgeordneter in Schwarzach um Ab gabe einer Er
gän zung zu sein er Erklär ung vom 6. April d. Js. im Volksblatt, daß unter
den angedeut eten „G ründen privat er Natur " in Sachen des Redaktions
wechsel s Seiten s des Zeitungs-Komitos keine solchen gewesen se ien, we lche
das Priv atlebe n und die Privatehre berühren, und zweitens die Mitth e ilung
von der in Aussicht genommenen „Gründung eines Lokalblattes für Dornbi rn
und Umgebung."
Ich habe keine Vcraniassung mich über das Ansinnen des Hr. Baron
v. Manndorff in erster Richtung des Weitern auszusprechen, da ich in Folge
Theilnahme am Retchsrathe nicht Gelegenheit hatte in der Sitzung des
Ze itungs-Ko mitös gegenwärtig zu sein, in welche r der Beschluß gefaß t wurde,
den provisorisch angestellten Herrn Baron ö. Man ndorff als Re dakteur zu
entfallenund fer ner, weil ich glaub e, daß eine Richtigstellung der Mannd orff-
schen Auseinandersetzungen IN dem gen annten Rundschreiben Sache des
Zeitun gs-Ko mi tös oder des Obm annes ist, wenn eine solche überhaupt für
nöthig oder zw eckmäßig er achtet wird, obwohl ich die Mei nung habe, daß die
Beschwerden Manndorffs manch: Aufklärungen Leitens des Ze it ungs-Komit ö
benöthigen würden, wenn dieselben von allen jenen Herre n richti g be urtheilt
werd en wo llten, welc he von Manndorff um ihre Ein flußnah me angegangen
wur den.
Ob ein so weit ausgreifender Vor gang verlangt wird, weiß ich nicht;
ich möchte aber die Zweckmäßigkeit desselben aus ver schie denen Gründen,
unter anderm aber auch aus dem Gru nde be zweifeln, weil wir in Konsequenz
2 2