Skip to main content

Full text: Wer will die Spaltung? Offene Briefe an Herrn Johannes Thurnher, Vorarlbergischer Landtags- und Reichsraths-Abgeordneter

30 
wieder gut zu machen, und, wie es schon als Reda kteur des „Volks­ 
blatt" meine ursprüngliche Absicht war, jene angeblich und vermei nt­ 
lich „unzuverläßrgen Elemente" eines nach dem ande ren als zuver- 
läßige Mita rbei ter heranzuziehen. Ja, ich muß jetzt glaub en, daß 
schon meine Kündigung nicht so sehr der ange bli chen Mäßigun g den 
Liberalen gegenüber, als vielmehr dem Umstände seinen Urspr ung 
verdankt, daß ich mich nicht dazu hergab, Einzelne und ganze Gru ppen 
von Ges innun gsgeno ssen zu verdächtigen, zu verhöhnen oder todtzu­ 
schwei gen, kurz systematisch zu befehden, wie es vor und nach meiner 
Redaktion im „Volksbla tt" —- (und nicht erst in Folge der Grün­ 
dung der „Do rnbirner Zeitung" ) — ge schah und geschieht. Ich 
wollte und wir wollen sammeln, einigen, den entschredenen, that­ 
kräftigen Anhang vermehren und verstärk en, Sie aber, Herr Johannes 
Thurnher, und die Ihnen Nächststehenden wo llen zerstreuen, spalten, 
„über Bord werfen". Der, wre ich fürchte, zwar nicht allertiefste 
aber doch der tie fer lieg ende Gmnd ist Ihre und Ihrer nächsten 
Anhänger vorg efaßte Meinung, — „daß es nun einmal -— wie Herr- 
Kohl er mir sagte — zwei Fraktionen innerhalb der Par tei gib t," 
— daß, wie derselbe zur Vermeidung jedes Mißverständnißes einem 
Dritten gegenüber äuß erte, — „es desto bes ser ist, je früher die 
Dornbirner abfallen", und auch Ul der letzten Dornbirner Versa mm­ 
lung in diesem Sinne öffentlich sprach, indem er das Ueberbord- 
wer fen gleich sel bst besorgte und die von ihm Bekämpften stets als 
„ehemalige Part ei genossen" t itulirte. 
Sei mm diese Meinung ric htig oder nicht, Sie und Ihr 
nächster Anhang beharrt auf derselben, und daher rührt ihre schroffe 
Ablehnung ;eder Verständigung, wel che, ich wiederhole es, zur Grnii- 
dung der „Dorn birne r Zeitung" geführt hat; denn sie wurde uach 
meiner Kündigung unbedingt nöthig: als thatsächlicher Schut z, als 
Noth weh ö gegen die nun, wie wir es rich tig vora usge sehen 
hatten, mit doppel tem Eifer betriebene Absicht, ganze Grupp en der 
katholischen Ges innung sgeno ssen in Vora rlberg zum Abfall zu drängen, 
über Bord zu werfen. 
Unser Gegen satz liegt also iücht darin, daß ein ige Ihrer 
Freunde in's Wasser springen wol len (um mit dein Strom zn 
schwimmen), während Sie etwa krampfhafte Bemühungen machen, 
dieselben zurückzuhalten, sondern umgekehrt: Sie wo llen Ihre Ihre
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.