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Der Leutbühl wird bereits vor der Jahrhundertwende als Treffpunkt
des Volkes gen annt, so im Jahre 1493 56. Ohne Zweifel war
er schon lange Jahre vorher der Ort des lautesten Straßenlebens.
Im Ganzen hat der Marktverkehr die Siedlung am Leutbühl —
die Kirchgas se ausgenommen — wohl umgeformt, aber nur zu kleinem
Teil neu geschaff en. Maurach, Ried und großteils auch der Gra ben
bestanden ja schon lange vor seinem Einsetzen. Nur die Häuserzeile
„vor dem Thor“ die den Platz in Richtung der heutigen Anton
Schneiderstraße abschließt, darf in ihrer Gesc hlosse nhei t dem Verk ehr
zugeschrieben werden.
Wä hrend man den Markt von Süden und Westen her nur durch
die Kirchgasse erreichte, konnte man ihn in der Nordr ichtun g auf zwei
Straßen nebeneinander verlassen: auf der Oberga sse und über den Graben
und Vatz enwa sen. Beide Stra ßen sind schon sehr alt. Die Obergasse
wird im Montforter Urbar (kurz nach 1380) Landstraße genannt
57; der Weg über den Vatze nwase n war aber wohl wenig späte r,
sicher im 15. Jahrhundert die Hauptstraße, „des richs frye lantst
rauß.“ 58 Die an ihr entl ang ziehende Hä u serzeile am Vatze nwase n
und dann von der Stadt abgebrochenen Hause s stand: „als ungefäh r vor Jah ren
haben Stattamman und rath alhie im Maurach zu hinsetz ung eines bronnens
ain hauß erkhauf t und selbige s hinweg gebrochen, ob es ime schon nit fail gewesen.“
(1621, Exe mpla, 383 I).
Auch der Leutbühlbrunnen wird so alt sein. Um 1550 hatte der Hau ptmann
Balthasar Nell im Eckhaus gegenüber der See kapelle eine Wasserleitung
vom Leutbühlbrunnen her. (Urk. 8. Mai 1596). Nach alled em wäre er auch
ohne Marktverkehr auf diese m Platz errichtet worden.
56 Urk. 30. Dezember. Sebastian zuon Buoche n hatte dama ls gegen Stadtammann
und Rat „mit unzimlichen wortten uff dem Lugkbühel.. verhan delt.“
67 S. Fahrlehen Sehuser.
58 Am Mittwo ch vor dem Palmstag 1471 saß Stadtammann Kil ion Loher
„zu Bregentz am See by Hainrich Krießbomm ers kalchofen vor Co nrat Nefen
hus an des richs fryen lantstrauß mit richtern und rätten offenlich zu gericht. .“
(Urk. abg edr. im 16. Rechenschaftsb. d. Mus eumsv ereins 1875, S. 19).
Hans Keß ler verbriefte am 21. Januar 1425 (Urk. L. A.) einen Zins
von sei nem Haus „am See“, angrenzend einerseits an Hans Koler, and rerseits
an Peter Mag er, „vo rnan an des richs strauß.“ Den Zins gab im Jahre
1611 Heinrich Hundertpfund von seinem Haus am Graben. (Pfa. Breg enz
21, auch 17, Pf arrurbar) . Dieses Haus, heute Rathausst raße 31, Rimmele
(Nachweis s. Graben ) paßt nun weder heute noch nach den früheren Ortsangaben
zum Haus Ke ßlers vom Jahre 1425. Heinrich Hundert pf und oder seine seine