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ist als Ganzes älter wie die der Obergasse. Dies ist aber nur zu kleinem
Teile eine Wirkung des Landverkehrs. Die Ver ke hrswirkun gen
sind auf der Nords eite überhaupt geringer wie an der Kirchgasse; das
Einzugsgebiet des Marktes lag eben fast gar nicht im Norden von Bregenz,
so ndern im Hofsteig und Bregenzerwald. An Obergass e und
Vatzenwasen findet sich daher am Ausgang des M ittelalter s keine auffällige
Häufung der Verkehrsgewerbe: nur ein einziges Wirtshaus stand
an der Obergasse. Maßge bend ist hier vielmehr die Nähe der „Sted e“
und der Holzhöfe.
Von Oberga sse und Vatzenwasen wissen wir berei ts um die alteingesessenen
Schiffleute und Fischer, die dan eben Landwirtscha ft betrieben
°°. Wie es mit dem Ried stand , zeigen die Steuerbüch e r des
16. Jahr hunde rts °"; stets gehörte es zu den ärmer en Stadtte ilen, besonders
das untere, es war jedoc h kein „Fischerviertel“ 61; hier ließen sich
Vorgänger müs sen den Zins auf ihr Haus am Graben übernommen haben, was
bei mehrfachem Häuserbesitz vorkommen konn te. In der Tat sind Sta dtamma nn
Chr istoph Hundertpfund und sein Sohn Heinrich im Jahre 1600 vom Vat zenwasen
an den Grabe n übersiedelt (Stb.). Schon 1569 besaß Christoffel Hundertp
fund ein Haus am Vatzenwasen. Er steht in dem gut geordn eten Ste uerbuch
nach Heinri ch Koch, im Jahre 1600 nach Jerg Koch, Heinrichs Sohn.
He inrich Koch war nun 1574 (Zb. ULF. am See, 1651, 4) Hausnachbar des
spätere n Conrad Steg erschen Hauses, heute No. 4, Glatthaar (Nachweis s. Fahrleh
en). Christoph Hundertpfunds Haus muß also identi sch sein mit dem seines
Enkels Balthus (Stb. 1619), Heinrichs Sohn, der es noch 1660 besitz t. Von
seiner Witwe ging es 1679 (Kopb. 301) an den Bildhauer Johannes Winkel,
an Antho ni Kuehn (Stb. 1727), Franz Flaz (Stbesch. 1731, 174), an Lo renz
Mark, der es 1808 (Kata ster) besaß. Es ist das heutige Haus No. 8, Fa ller.
Hier ist also das Haus des Hans Ke ßler zu suchen; „des richs strauß“ ging
an ihm vorbei.
Falsch bei Helbo k, Bevölkerung, S. 100: „Da es (das „Vatzenwas“, wie
H. unrichtig statt „der Vatzenwa sen“ schreibt) nicht beba ut werde n du rfte,
mußte ihm die Linie Leutbühel-Lindau in der Obergasse auswe ichen.“
° 9 Vergl. Fahrlehen.
60 Helbok , Bevölkerung, S. 256 ff. Steuertabelle n.
61 Helbok , S. 92: „Das Ried, das zu Anf ang des 15. Jahrhunderts ein
elendes Viertel armer Fischer war ..“ Die Fisc her bildeten nur einen Bruchtei l
der Bevölkerung. Rtpr. 1509, 69 und 1513, 151 we rden „die Fischer“
wegen Übertretung der Ordnung bestraft. Es sind insgesa mt 18 Leute, davon
14, deren Gasse feststellb ar ist. 6 wohne n am Ried, 5 am Grab en, 1 am Vatzenwasen,
1 an der Obergasse, 1 im Maurach (Stb. 1516, 152 1). Am Ried sind: sind: