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überleb t im Süden der Klaus e wenigs tens die wirtschaf tliche Selbstbestimmung
der Dorf genossen alle Jahrhunderte herrs chaft liche n Zwanges;
im Norden ist es umgekehrt: dort verläuft das ganze Dasein der
Einwohner seit je im Banne grundherrlicher Großhöfe.
Vor der gro ßen Rodung des 8. Jahrhunderts war das weite Land
vor der Klaus e nahezu siedlungsleerer Wald; dies, obwohl nach Ausweis
der Funde hier in der guten Zeit des Römerreiches recht viele
römische Siedlungen zu find en waren. Die Ge ländebes chaffenhei t kann
also an der Siedlungsleere nicht allein schuld sein 35. Es war viel mehr
die Nähe der römischen Gr enze, die vom Bodensee nach Norde n quer
durch die Ge gend lief. Hier war unsicheres Kampfgebiet im Vorf eld
der Festungslinie. So hat also die Kl ausenstell ung Völker abgele nkt und
die Ansiedlung verhindert36. Jenseits aber began n der einheitlich römische
Kult urboden; Bre genz war sein erster Vorposten.
Dieses brigantinische Ackerland, die nördlichste Ecke Rätiens,
war das älteste un mittelb are Ziel der alemannischen Niederlassung in
unserem Lande; kleine Gruppen ließen sich auf ihm nied er und gründeten
außer Lauterac h und Wolfurt auch das Dorf Bregenz 37.
Nach den dargestel lte n Verhältnissen konnten sie nur aus dem
Wes ten, aus der altbesiedelten Ostschweiz gekommen sein. Ohne Nachbarn
— Walahfried spricht von „solitudo “ — lagen diese drei Sied-Demgegenüber
hatten „die gema indt Loc hen, Hosen und Beml e. . we iter
keine viechwaidt als den Bemleblaz, sonst en haben sie nieß als den brachesch . .“
Ähnlich war es in Hörbranz. (Kr. u. O. A. Bregenz, 329).
35 So auch Weller, S. 113.
36 Schon Ransperg spric ht dies treffend aus: „.. man waist wol, das die
Römer ihren abgesagten hauptfeinden, den , Alemanier und Schwaben, ihren einund
Überf all zu verbieten, an underschidlichen orthe n die allerst erkhiste auferbawte
vestungen und schanz en entgegen gesetzt., und zweifels ahne keinen
plaz und posten besser in oba cht und verwahrung alss eben disen herrlichen
berr üembten und allgemeinen haup tpaß, unsere Clausen, Burg und Statt
Bregenz eingenommen habe n, allda die erwünschte und beste gelegenheit
vorha nden war, des feind ts macht zueruck zue halten, sich zu defen dieren und
alle lüst von der hohe außzuespähen . .“
37 A. Hild ste llte in Lauterach unw eit vom Kl oster einen gegen Bregenz
verlaufenden römischen Privatweg fest; diese r Weg ist teilweise noch heute in
Benützung und trug, wie sp äter einmal dargeiegt werde n wird, vor Zeit en den
bezeichnenden Namen „Wuotasgässele.“