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Die Stra ße, die vom spätestens karolingischen Hof und Dorf Rieden
ziemlich geradlini g aufs das Dorf und die Kirc he zielt, ist die
Riedergasse, auch Ri eder Kir chweg, einst Lange Gasse geheißen .
Sie ist mindestens so alt wie die von der Ach kommende Landst r aße,
heute Gal luss traße. Beides sind Überlandwege: die alte Landstraße
nach dem Oberland, die Lange Gasse ebenfalls durch eine Furt durch
die Ach in der Richtung auf Fußach und we iter. Knapp vor dem
einstigen Dorfeing ang bei des Met zgers Bild (beim Brunn e nplatz)
vereinigen sich die beiden Straß en; hier mün det auch die über den
Ölra in heraufst eigende Grüne Gasse (jetz t Blumenstraße). Von der
Pfarrkirche geht der Weg unter der „Kirchenbruck“ hinab, auf die
Burg zu oder am Talbach entl ang weiter.
Die Dorfstatt war zum Teil schon einmal in römische r Zeit besie
delt ge wesen, zum Teil, beim Kapuzin e rklo ster, war sie rö misches Gräberfeld.
Das Wegenetz ist, sowei t Ausgr abunge n Aufschlu ß geben
kön nen, zu gutem Teil nachrömisch. Es ist aber doch außerord e n tlich
alt; auf seine Anlag e hatte das Dorf einen bedeutenden Einfluß. Als
es verlassen wur de, gin gen seine Wege teilweise wiede r ab '3.
Zu der bisher dargelegten Ortsgeschichte des alten Br egenz gehört
notwendig auch die flurgeschichtliche Betrachtung. Sie wird das
bisher Gesagte bestätigen.
Die Flur von Bregenz ist, sowei t die schriftlichen Quellen zurück
reichen, stets ungefähr gleich groß geblieben. Nur einma l berichtet das
Steuerbuch vom Verkauf der „ußern gemaindt“, sehr wahrscheinlich
an der Klaus e im Jahre 1556. In der frühesten Zeit sind allerdings
I eile der Gemein de Rieden sicher von Bregenz aus kultiviert worde n;
seine Wälder und die der „Au“ um das spätere Mehrerau herum dienten
gewiß den Bregenzer Viehher den als Weide. Diese Zeit war aber
unter den Karolingern schon vorbei; spätestens dama ls war Rieden
entstanden und entfaltete nun ein ausgeprägtes Eigenleben. Seine Flur
ist in langen Jahrhunderten herangewac h s en. Mit der Gründung Mehrerau
s um 1094 wurde auch die „Au“ besiedelt. Seither gab es gegen
Rieden und Vorkloster eine vermarkte Grenze, die viele Jahr hunderte
72 Vgl. Rieden und Vorkloster, vom Verfasser (Alemannia 1937, 54).
78 Vielleich t hängt damit zusammen, daß im Jahre 1445 der Weg der
Palmpro zession nach der Siechenkapelle durch die Güter im Dorf ging und erst
nach Öffnung von 4 Zäunen möglic h war, (Urk. 14. Juni ).