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ZLgen abkonterfeit wird. Er erscheint h itziger und unvorsichtiger als Johann Thurnher,
übr igens so mit ihm verknüpft und Eines, daß Thurnher für alle Kohler'schen
Aeußerung«! und Handlungen dre selbstverständliche Verantwortung trägt (ร. 28 น. 29).
Auch dieser Johann Kohl er ist langjähriger F ührer und Vertrauensmann des vor
arlbergischen Kler us und Volkes. "
Am G ängelbande dieser zwei gewissenlosen Laien, die ihrerseits wieder von
einem ei sernen Ringe ungenannter, the ils unwissender , the ils bösart iger I ndividuen
hermetisch umsch losse n sind — in die sem Banne zeigt sich uns, wenn wir der Brochüre
glaubens das „selbständige, intelligente, gutkath olische " Vorarlberger Volk mit seinem
ausgezeichneten Klerus und des ien Preßorgane „dem Volksblatte", welches seinen
ursprünglichen Tendenzen e ntfr emdet, verdorben und verd erbenb ringe nd am Vorabende
eigenen Unterganges und des Unterganges der g anzen konservativen Partei von
Vorarlberg angelangt ist. Ein düsteres Gemälde!
J ndeffen ohne Licht ist dieses Gemälde doch nich t. Es gibt einen Hellen Punkt,
das ist die „Dornbirner Zeitung". Hier concent rir t sich von einigen allgemeinen
und formellen Complimenten abgesehen. Alles was in der Brochüre Gutes und Hoff
nungsvolles zum Vorschein kommt, und zwar beginnend vom Redakteur und Heraus
geber selbst, übergehend dann auf deffen ausgezeichneten Freund, den Gründer des
Blattes , weit er auf d effen Fa milie und Hausgenossen, bis herab auf die jün gsten
Unterzeichner eines Antrages, die wenn auch Nicht gerade auf die „Dornbirner Zei
tung" schwöre nd, doch diese oder jene s chwarze Maßregeln von ihr abwehr en. Je
näher der „Dornbirner Zeitung, desto mehr Helle; immer weniger Licht, je mehr
man von ihr absteht und schwarzes Dunkel über Allen, die von dem Blat te unseliger
Weise gar-nichts wiffen wollen. D iesen Lichtparti en muffen wir nun an Hand der
Brochüre. ebenfalls nachgehen.
Da präse ntirt sich' zunächst als He rausge ber und Redakteur der „Dornbirner
Zeitung", zugleich als Verfasser der Brochüre, Herr Rudolf Freiherr von Manndorff,
se lber kein Vorarlberger, sondern vor drei viertel Ja hren als p robeweis er Redakteur
des „Volksblatt" in's Land gekommen, nach einem Vierteljahre entlaf fen und dann
die „Dornbirner Zeitung" gründend und r edigire nd. Dieser Mann stellt sich uns
gleich bei Beginn der Brochüre als sehr ruhig, tact- und maßvo ll vor, da er heroisc h
zu schweigen versteht, so sehr er und die Seinigen auch angegriffen, verunglimpft,
verleumdet, verfolgt werden. Auch die Brochüre schreibt er endl ich nur nothgedrun
gen und verfolgt trotz ihrer einschneidenden Schä rfe damit nur einen friedlichen Zweck.
Er vertritt dann das Gesammttnteresse der katholischen Bevö lkerung von Vorarlberg
mit gehörigem Nachdrucke gegenüber der Privatmeinung Einzelner, welche von der
„Dornbirner Zeitung" nichts wiffen wollen und diese per s önliche Anschauung dem
ganzen Volke und Klerus aufzudrängen suchen. Das'ist der Mairn , gegen w elchen
Thurnher und Co nsorten so viele Nach reden ohne allen Grund verbreiten; er ist
aber auch der Mann, der es sich g elobt und zum vorläufigen Lebensberufe gemacht
hat, den bestehe nden eisernen Unheilsring des Landes Vorarlberg zu sprengen. Nicht
»hinter den Coulissen" und insgeheim, sondern offen, männlich , blos mit ehrlichen
Waffen,E mit loyalen Mitte ln, deren keines das Tageslicht zu scheuen hat.
Ein edler Mann! Und doch ist ihm hi m melsc hreiend Unr echt geschehen; statt
ihn als Redakteur des „Volksblatt" zu behalten und definitiv anzustellen, hat man
ihm schon nach drei Monaten gekündig t, ohne A ngabe von Gründen; man hat ihn
dann sog ar, weil man befürchtete, er werde mit Hülfe des „Volksblatt," wenn man
es ihm belasse, eine Spaltung hervorrufen, Knall und Fall entl assen, während er
doch nur daran dachte, die P artei zu vergrößern und zu stärken. Als man dann die
verlangte Veröffentlichung der Kündigungsgninde verweigerte, aus dem f rivolen Grunde,