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Full text: Schriftstücke zur Geschichte der konservativen Partei von Vorarlberg im Jahre 1880

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davon 9 in Vorarlberg (105,000 S eelen), 17 in Deutschtyrol, 7 nur in italienischer 
Sprache für 340,000 Romanen. Während die ganz und halb o ffiziöse Presse über 4, 
die d eutsch-li beral e über 2 politische Organe verfügt, und die Partei der Jtalianissimr 
nur eines.mehr zählt, w erden, abgesehen von den zwei Diözesanblättern von denen 
das Trientiner doppelsprachig erscheint, klerikalerseits 6 politische Org ane, darunter das 
am mei sten unter allen tirolischen Blätt ern Abonnenten (2500 ungefähr) zählende 
Volksblatt in Bozen, zwei von Jes uiten und Liguorianern geleitete Erbauungsblätter, 
ein Blatt für Kirchenmusik (in Bregenz) h e rausgegeben. Eine beachtungswerthe Aen­ 
derung in der klerikalen Preßleitung wird mit 1881 sta tt finden, die als Gegen­ 
gewicht gegen das extreme Vorarlberger Volksblatt gegründete 
„Dornbirner Zeitung" in Folge eines von Brixen aus i nspirirt en „Ausgleichs" 
vom Schauplatz abtreten, und deren Redakteur, Baron Manndorff, der seine feudal­ 
klerikalen Tendenzen in anständ ig er Form v ertritt und in sozial­ 
wissenschaftlichen Fragen etwas bewandert ist, die Leitung der „Neuen Tyroler Stim­ 
men" übernehmen, um dies unter der bisherigen Redaktion ganz he runte rgekommene 
Blatt wieder in Aufschwung (?) zu bringen. Mög lich daß in Zukunft die Polemik 
zwischen den zwei Parteien sich anständiger gestalten wird." 
Daß der „Vorarlberg" von Ende Dezember und der „T yrol" vom 16. Dez. 
einer und derse lbe Offiziosus ist, e benso wie der Brixener Korrespo nden t und der von 
Innsbruck im Ap ril, das zu m erken hat der Leser natürliche Texteskritik genug, so daß 
es ü ber flüssig ist, auf die Uebereinsümmung der Gedank en, Satze, Worte, Tendenzen 
einzeln aufmerksam zu machen. 
Alles hat ein Ende, auch die „Dornb. Z." hatte es. In ihrer letzten Nr. 35 
vom 24. Dez. brachte sie an der Spitze Folgendes: 
„Mit 31. Dezembe r d. Js. hört die „Dornbirner Zeitung" zu erscheinen aus. 
„Es wird uns hohen Orts die folgende Zuschrift an Herrn Adolf Rhomberg in 
Dornbi rn zur Veröffentlichung zugesendet: 
Euer Wohlgeboren! 
Das gefertigte Ordinariat kann nicht umhin, Euer Wohlgeboren als Eigen­ 
thümer der „Dornbirner Zeitung" seine Anerkennung dafür auszusp rcchen , daß 
Sie den Wünschen Ihrer l lrchliche n Obern bereitwillig entgegenkommend, einzig 
aus Liebe zum Frieden und zur guten S ache, auf die Fortsetzung dies es Blattes 
vom 1. Jänner ab zu verzichten sich entschlossen hab en. Unter Einem anerkennt 
das Ordinariat die kirchlich korrekt e Haltung, welche Ihr vom Freiherrn R udolf 
von Manndorff redigirtes Blatt eingenommen und stets bewahrt hat. 
F.-B. Ordinariat Brixe n, den 18. Dezbr. 1880. 
I. Lorenz m. p., Kanzler. Bartinger, 
Sekretär." 
(Zu dieser öffentlichen Erklärung seien folgende Bemerkungen gestattet, w elche, wie wir hof fen, 
sich ebenfalls innerhal b der kirchlich ko rrekten Grenzen bewege n. 
1) Daß bei dem Ents chluss e Adolf Rhomberg's die „Do rnb. Ztg." aufzugebcn, Liebe zum Frie­ 
den und zur guten Sache mitgewirkt habe; daß d ieses Motiv in seinem Gemüthe sogar den obersten 
Ehrenrang einnehme: das würde kaum einem Widerspruche begegnet 'sein. Daß aber dieses Motiv 
das einzige gewesen, dafür liegt im besten Falle bloß die persönliche Versicherung desselb en Herrn 
vor, welche in eigener Sache um so weniger vollgültiger Beweis fein kann, als die ganze Sachlage 
laut dagegen spricht. Walte te an der Stell e bloß Liebt zum Frieden und zur guten Sache, so sah 
Vorarlberg niemals tint „Dornb. Ztg."; so sah es sie wenigstens bald verschwinden und Nicht erst 
dann, als endlich auch in Brixen die Unverträglichkeit derselbe n mit dem Frieden und der guten Sache
	        
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